Geasina saß abends vor dem Sanktum vor ihrem - wenn man davor stand dem linken - Türpfosten und genoß das nun wieder trockene Wetter. Abraham gesellte sich bald davor und setzte sich vor den anderen Türpfosten, was ihnen später die Bemerkung von Riven einbrachte, sie säßen da "wie die Wasserspeier...".
Nach einigen interessanten Gesprächen - vor allem über Cecillia - tauchten nach und nach mehr Mitglieder der Reisegesellschaft auf: Zuerst kam Fendraal aus dem Saktum "gehuft", dann kam Riven aus Richtung Brücke, sie schaute erst zu Geasina, dann zu Abraham und schnaubte belustigt, bevor die Wasserspeierbemerkung kam. Auch Tamora tauchte auf, als sich unter den Anwesenden eine Diskussion um Titel und ihren Sinn entsponnen hatte. Auch Fabian mit seinem Hund Alec gesellte sich zu der Runde. Als sie nun etwas zahlreicher waren, kam Geasina auf ein Anliegen zu sprechen:
"Ich würde gerne heute Abend nach etwas suchen und könnte ein bisschen Hilfe gebrauchen. Wie die einen oder anderen bestimmt schon zu oft gehört haben, stamme ich aus... " Fabian fragte "Nach Eurem Elternhaus?". Geasina nickte und ergänzte "oh. Ja genau." Nach einer Entschuldigung für sein Vorgreifen in Geasinas Geschichte fuhr diese fort: "Ich bin heute durch die Straßen gelaufen und hab versucht, mich trotz der Ruinen zu orientieren. Und ich glaube es gefunden zu haben. Aber ich hab die Tür alleine nicht aufbekommen."
Fendraal bot als erster seine Hilfe - und die Hilfe Tzasyas - an, die Geasina natürlich gern annahm. Auch Abraham kam mit, ebenso Fabian und Alec. Sogar Riven meinte "Bevor ich nur rumstehe..." und schloss sich dem Grüppchen an.
Auf dem Weg durch die Straßen begegneten sie einem Herren. Dieser wünschte knapp einen guten Abend und musterte die Gruppe mit einem abfälligen Blick. Geasina nickte ihm freundlich zu und ging weiter, Riven jedoch warf ihm ein "Wenn schon Verachtung zeigen, dann bitte richtig..." brummend an den Kopf und murmelte noch "Immer diese halben Sachen."
Sie waren schon ein Stückchen weitergegangen, da fragte Fabian "Meint ihr, der Kerl kommt mit Riven klar?" So gingen sie zurück, zu Riven, die bei dem Fremden stehen geblieben war. "Ich hab' nur 'Hallo' gesagt..." erklärte diese. Loreen, die inzwischen von der Brückenseite dazugekommen war, meinte "Sie hat manchmal eine... eigene Art an sich. Falls es... also... hm." Der unfreundliche Herr sagte "'ne verfluchte Ratte hat auch seine eigene Art, ändert nichts daran - es bleibt eine Ratte." Er zog nochmal die Nase hoch und spuckte vor Riven aus, um ihnen dann einen "Angenehmen Abend noch." zu wünschen. "Widerlicher Kerl." stellte Fabian sehr treffend fest, als jener verschwunden war. Aber Riven war besorgt, als ihnen aufging, dass dieses Ekelpaket eben jener Sir Weston gewesen war, auf Nennung dessen Namens hin die Gruppe überhaupt Einlass in Burg Stromgard erhalten hatte.
"Ich hoff' ich hab' ihr keine Schwierigkeiten bereitet..." meinte Riven, denn Loreeen ging dem Mann nach. Auch Riven folgte ihr dann und der Rest der kleinen Gesellschaft ging weiter nach Geasinas Elternhaus suchen.
Sie gingen die Straßen entlang, an denen teilweise noch bewohnte Häuser, stellenweise aber auch nur Ruinen oder freie Flächen lagen, auf denen sich nur noch die Grundrisse ehemaliger Häuser abzeichneten. Schließlich hielt Geasina an. Das Haus, vor dem das Grüppchen stand, sah wie alle Ruinen und fast alle noch stehenden Gebäude hier ziemlich heruntergekommen aus. Die Fenster waren mit Brettern vernagelt, die Farbe abgeblättert und es starrte vor Staub und Schmutz von vielen Jahren. Die Eingangstür stand einen Spalt offen, wenigstens war sie nicht ebenfalls vernagelt. Innen war es dunkel. Zumindest machte es von außen den Eindruck. "Ich bin mir ... hmm. einigermaßen sicher, dass es dieses sein könnte." meinte Geasina. "Und ihr brauchtet Hilfe bei der Türe?" fragte Fendraal? Geasina nickte.
Die Tür hatte ihr Angeln auf der linken Seite und öffnete sich nach innen. Ein Spalt stand offen auf der rechten Seite. Geasina drückte nochmal dagegen. Die Tür knarrte, aber sie rührte sich nicht von der Stelle. Geasina schaute sich zu den Herren um. "Zusammen bekommen wir sie bestimmt auf."
"Wenn es gar nicht geht, benutzen wir meine Klinge." meinte Fendraal. "Entweder das oder wir könnten versuchen die Tür aus den Angeln zu heben. So alt wie die Tür ist, dürfte das möglich sein." meinte Abraham. "Geht das normalerweise nicht nur, wenn sie ganz offen ist? - Hmmm kann sein." gab Geasina dann zu, als Abraham auf das Alter der Tür anspielte.
"Also, lieber draufdrücken oder herausheben?" fragte der Paladin. "Wir drücken erst einmal gemeinsam." entschied der Versorger und Geasina stimmte zu. Sie nahmen alle vier Aufstellung vor der Türe, Abraham zählte auf drei, und dann drückten sie alle gemeinsam gegen die widerspenstige Tür.
Die Tür ging, als nun alle gemeinsam schoben, mit einem Ruck auf. Ein kleiner Knall war zu hören und eine Staubwolke quoll den Vieren entgegen. Geasina stolperte zwei Schritte vorwärts in die Dunkelheit und schaffte es gerade noch, nicht längs hinzuschlagen. Der Staub zwang sie, zu husten. Fabian traf es etwas besser, er rempelte mit der Schulter gegen den Türrahmen, als der Widerstand so unerwartet gut nachgab. Fendraal wedelte mit dem Arm und hufte etwas zurück.
Abraham hielt sich den rechten Arm vor den Mund, knif die Augen zusammen und hustete. Er ging nur einen Schritt nach vorn, Geasina machte hingegen noch ein, zwei weitere Schritte hinein. "Vielen Dank! Mögt ihr Euch mit umschauen?" fragte Geasina nach draußen.
"Habt ihr eine Lichtquelle mitgenommen?" fragte Fendraal. "Eine Lichtquelle?" Geasina blinzelte etwas perplex und wurde dann rot, schwer zu sehen vermutlich im düsteren Eingang. Auf die Idee hätte sie nun wirklich selbst kommen können. Fabian brummte leise und ging ein wenig zurück. Dabei rieb er sich über die Schulter. "Ich hätte eine Fackel mitnehmen sollen." murmelte Geasina. "Ich denke es wird drinnen noch dunkler sein, das Restlicht des Tages wird es schwer haben hinein zu gelangen." warf Fendraal ein, während Abraham schon einen Schritt weiter war: "Das ist zwar eine Zweckentfremdung aber...." er zuckte mit den Schultern. "Egal." Er hob die Rechte an und schloss sie zu einer Faust. Als er die Faust wieder öffnete, war eine Lichtkugel in seiner Hand, die ein anfangs mattes und später stärkeres Licht ausstrahlte.
Geasina schaute staunend zu Abraham - "Na sowas!". "Praktisch." kommentierte Fabian leise. "Ihr wisst doch von meinen Fähigkeiten, oder nicht?" fragte der ehemalige Paladin. "Ihr folgt dem Pfad des Lichtes." stellte der Draenei lächelnd fest. Abraham sah lächelnd über die Schulter gen Fendraal und erklärte: "Ehemals. Ich bin ein ehemaliger Paladin."
Als sich die Augen der Abenteurer an die Dunkelheit im Inneren des Hauses gewöhnt hatten, konnten sie die Lichtstreifen sehen, dort, wo das Licht von außen zwischen zwei Brettern vor einem der Fenster hindurchfiel. Nun, wo die Gruppe eingetreten war, spielte der aufgewirbelte Staub in dem einfallenden Licht. In den Ecken lagen undefinierbare Ansammlungen von schattenhaften Dingen. Zumindest der Boden vor der Gruppe war einigermaßen frei. Weiter hinten war ein Kamin auszumachen. Natürlich schon lange erloschen und vermutlich ziemlich verrußt, genau ließ sich das im Dämmer nicht ausmachen. Gegenüber des Kamins standen in den Ecken größere Dinge herum, deren Schemen dem einen oder andren ins Auge fallen könnte. Um was es sich dabei handeln mochte, ließ sich von dort, wo sie standen, nicht ausmachen. Zur linken Seite öffnete sich ein freier Raum, bis auf einen tragenden Pfeiler des Hauses. Dort war die Schwärze irgendwie dichter, was daran liegen könnte, dass das dortige Fenster besser vernagelt war. Oder lauerte dort vielleicht das personifizierte Böse? Nur in einem kleinen Kreis um die Gruppe herum fiel der Lichtschein der Paladinhand auf Boden und Wände.
"Wer einmal auf dem Pfad des Lichtes gegangen ist, der wird ewig erleuchtet sein. Ihr seht, das Licht hat euch nicht verlassen." stellte Fendraal fest. "So ist es wohl, ja. Aber mein Licht war früher stärker." erwiderte Abraham. Geasina war schon gedanklich bei einem anderen Thema und murmelte leise dabei hustend "Also vom... Schnitt her könnte es könnte es mein Elternhaus sein. Aber hier sind vermutlich viele Häuser ähnlich aufgebaut." Fabian schaute sich um, so weit es das Dämmerlicht im inneren zuließ. Er winkte Alec zu sich. Der Hund witterte und nieste erst einmal drei Male hintereinander.
Geasina warf einen Blick in das, was mal eine Küche gewesen sein könnte. Nichts war mehr heile, oder irgendwie freundlich. Abraham nickte kurz und sah dann gen Geasina. "Geht das Licht so?" Sie nickte, meinte dann aber "Wir sollten oben nachschauen. Ich hatte oben ein Zimmerchen, neben dem meiner Eltern. Vielleicht findet sich da irgendwas." "Dann gehe ich wohl besser voraus. Nicht, dass ihr irgendwo hinfliegt, weil etwas rumliegt oder die Treppe modrig ist." meinte Abraham entschlossen und stapfte auf die Treppe zu.
"Treppe.. hm ich denke ich werde draußen auf euch warten." erklärte Fendraal. "Wenn ihr noch etwas benötigt, sagt Bescheid." Geasina meinte zu ihm "Gut. Danke für Eure Hilfe!" während Abraham ganz vorsichtig und langsam die Treppe hochging, die Stufen immer leicht mit den Füßen abtastend. "Sicher." sprach er dann noch freundlich gen Fendraal. Auf der Treppe setzte sich der Eindruck des verlassenen und vor sich hinrottenden fort. Der ein oder andere Stab, der ursprünglich einmal das Geländer hielt, fehlte, hing auf halb acht oder war zersplittert. Selbst im Dämmerlicht war zu erkennen, dass auf den Stufen zentimeterdicke Staubschichten lagen. Diese Treppe hatte seit Jahren niemand mehr benutzt. Geasina hustete leicht, dieser Staub war entsetzlich.
"Alles sicher." sagte Abraham. Offenbar waren die Stufen solider als das Geländer. "Geht trotzdem vorsichtig." riet er den anderen. Geasina und Fabian folgten ihm. Und Alec natürlich. Oben angekommen, war zunächst nichts ungewöhnliches zu sehen. Auch hier fielen einige Lichtstreifen zwischen Brettern vor den Fenstern herein. Gegenüber des Fensters befand sich eine weitere Wand mit einem Türrahmen. Neben der Tür standen links und rechts mannshohe Schemen. Statuen? Ausgestopfte Bären? Garderobehaken voller alter Mäntel?
Abraham ging etwas näher ran, hielt die Rechte etwas höher und ließ das Licht kurz etwas intensiver leuchten. Als das Licht auf die vermeintlichen Garderoben fiel, kam Bewegung in diese, und zwei Männer kamen auf Abraham zu, zogen dabei jeder eine Waffe, der linke ein Kurzschwert, der andere eine Keule. Im Lichtschein von Abrahams Faust sahen sie wie Menschen aus Fleisch und Blut aus, wie auch immer sie hier hoch gekommen sein mochten.
Fabian stieß einen unterdrückten Fluch aus. Reflexartig schobt er den Bogen über die Schulter, reißt einen Pfeil aus dem Köcher und machte sich bereit zu ziehen. Alec knurrte drohend auf und schob sich dichter. Geasina zog das Schwert und knurrte, dann rief sie verhängnisvoller Weise: "Fendraal, Feinde!"
Geasina trat schnell nach vorne, in der Hoffnung, das nicht beide gleichzeitig auf Abraham einschlagen würden, wenn eine weitere Person daneben steht. Abraham ließ die Lichtkugel schnell in die Linke wandern und zog mit der Rechten sein Schwert. Geasina trug zum Glück ihre Kettenrüstung, Abraham dagegen hatte nur sein Schwert umgegürtet gehabt, aber keine Rüstung angelegt.
Fendraal erschrak und setzte sich in Bewegung. Er versagte allerdings bei der ersten Stufe und setzte sich erstmal hin, sein narbiges Bein war das Erste, was er mit dem einen Arm umklammert. Spitz zog er die Luft ein. Ins Licht blinzelnd, nach der langen Zeit im Dunkeln, taten sich die beiden Angreifer ein wenig schwer, holten aber mit den Waffen eindeutig zum Angriff aus. Der rechte Angreifer schwenkte auf Geasina um, wie sie gehofft hatte, und versuchte sie mit der Keule auf den Kopf zu treffen, Abrahams Gegner versuchte ihn mit einem Stich in die Körpermitte zu treffen.
So entbrannte der Kampf. Gleich der erste Hieb mit der Keule traf - zum Glück nicht Geasinas Kopf, sie war zur Seite ausgewichen - aber ihre linke Schulter. Der Schulterschutz ihrer Rüstung riss auf und hing fortan wenig hilfreich herunter, allerdings hatte er diesem Schlag die Wucht genommen, mehr als einen blauen Fleck würde es dort wohl nicht geben. Ein Schlüsselbeinbruch oder schlimmeres blieb ihr erspart.
Fabian presste die Lippen kurz zusammen. Als Fernkämpfer war es beinahe Glücksspiel, noch mit dem Bogen zu treffen. Er ließ die Sehne wieder zurück gleiten und schob den Bogen zurück über die Schulter. Stattdessen zückte er den kleinen Dolch aus dem Stiefel. Alec beobachtete seinen Herren aufmerksam und näherte sich Abrahams Gegner.
Abraham wurde ebenfalls vom Stich in die Körpermitte getroffen. Er knurrte auf und die Lichtkugel flackerte, doch er hielt sie aufrecht und hielt sie sich an die betroffene Stelle, wohl um die Blutung zu unterdrücken. Der Kampf entbrannte. Geasinas Gegner floh bald, von Fabian und Alec bedrängt, in den Raum hinter der Türe, die die beiden bewacht hatten, und brach dort leblos zusammen. An seiner statt kam nun aber eilig ein breitschultriger, im schimmernden Licht von Abrahams Faust massig erscheinender Kerl aus der Türe geeilt, der sich solgeich auf Geasina zuhielt. Geasina entschlüpfte leise ein wenig damenhafter Fluch, als der Kerl auf sie zukam.
Der massige Kerl drang schwer auf Geasina ein und drängte die nicht sehr hochgewachsene Kämpferin schon rein körperlich zurück. Während Geasina zurückwich, schnellte sein Schwer vor und klirrend trifft Schwert auf Kettenrüstung. Leise plingt es, als aufgerissene Kettenglieder auf den staubigen Boden prasseln. Geasina keuchte auf. Ihr linker Oberarm war getroffen. Ein kurzer Griff dorthin machte ihr klar, dass die warme Flüssigkeit, die sie dort spürte, ihr Blut sein musste.
Der Kampf wogte hin und her. Fabian traf den Gegner Abrahams, der Dolch bohrte sich in dessen Hals, woraufhin dieser noch in der Angriffsbewegung gen Abraham in seine Richtung zu Boden fiel. Alec sprang nun den letzten noch stehenden Gegner an, den breitschultrigen, der es nun mit drei Gegnern und einem Hund zu tun hatte. Entschlossen macht er einen kleinen Satz auf Geasina zu und versucht sie mit seinem Schwert aufzuspießen. Kein eigentlich guter Angriff für ein Schwert. ((Allerdings ist einem Würfel Logik egal, wie Abraham recht weise einwarf.))
Geasina sprang beiseite, doch zu langsam. Der Stich verfing sich im Kettenharnisch, riss ihn auf und durchstach die Trägerin darunter dicht an der linken Taille. Geasina stöhnte auf und taumelte ein wenig weiter zur Seite. Alec verbiss sich in diesem Moment in dem Bein des Angreifers und auch Fabian stach wieder zu, hinter dem breiten Rücken verborgen. Bald schon rangen sie gemeinsam auch den letzten Widersacher nieder.
Den letzten Streich führte die Verletzte: Sie schwang ihr Schwert gleich gen Hals des Mannes, das musste ein Ende haben! Sie traf offenbar, der Mann knickte ein und schlug dann lautstark und eine große Staubwolke aufwirbelnd zu Boden. Plötzlich herrschte eine beinahe unwirkliche Stille.
Geasina starte auf den Boden, ihr Schwert nur noch in der Linken haltend, die Rechte auf ihre linke Seite gepresst. Fendraal, der sich doch irgendwie die Treppe hochquält hatte, ließ das Schwert leuchten, weiß-bläulicher Schein erhellte den Raum. "Seid ihr verletzt, braucht ihr Hilfe?" fragte er. Geasina ließ ihr Schwert sinken und nickte.
Abraham atmete einmal durch, brummte tief und steckte das Schwert weg. Die Lichtkugel ist immer noch in der Linken. "Es ist nicht viel, aber ich kann zumindest damit versuchen die Blutung vorerst zu stoppen. Einen Verband braucht ihr trotzdem." meinte er zu Geasina. Deren linke Schulterpolsterung hing in Fetzen, die Kettenglieder an ihrem linken Oberarm waren zerrissen und es glitzerte blutig dort, aber das schlimmste mochte wohl unter ihrer Hand verborgen sein, die sich auf ihre linke Taille presste. "Das... wäre toll... es... tut mir Leid.. ich wusste nicht, dass hier Gefahren lauern..."
"Schon gut." meinte Abraham und nickte kurz "Wo sind eure Verletzungen?" fragte er Geasina. "Wir sollten euch schnell zu jemanden bringen und euch aus der Rüstung schälen!" meinte hingegen Fendraal. Das Licht verschwand und er steckte das Schwert ein. "Lasst uns schnell nach draußen gehen." - "Linker Bauch, linker Oberarm." meinte Geasina zu Abraham, dann aber zu Fendraal: "Ja, ist vermutlich am besten."
"Hier. Meine Hand." meinte dieser und reichte ihr die große Hand. Geasina schaute zu der Tür zu dem, was vielleicht ihr Kinderzimmer gewesen sein könnte. "Wir können ja morgen schauen, was dahinter ist..." "Zuerst Leben bewahren, dann das Wissen stillen." beschied der Versorger. Geasina nickte matt und schaute zwischen den beiden hin und her. "Erst runter? Oder erst stillen?" damit meinte sie allerdings das Bluten.
Abraham hielt die Lichtkugel erstmal an den Bauch und ließ die Lichtmagie einfließen und wirken. So verharrte er eine ganze Weile mit der Linken, es war ja nicht seine Spezialität. Fendraal ließ seine Hand sinken. Geasina wendete sich Abraham zu und lächelte gequält. "Ich gebe schon mal Bescheid." meinte der Draenei. "Gut. Aber vorsichtig mit der Treppe!" gab ihm Geasina mit auf den Weg. "Ich werde es mir merken." meinte dieser.
Fendraal ging vorsichtig, bei jedem zweiten Auftreten hörten die beiden ein zischendes Einatmen. "Tut mir Leid, dass es so lange dauert. Ich bin nicht auf die Heilung ausgelegt." meinte Abraham, lächelte entschuldigend und widmete sich nach einer längeren Zeit dann ihrem Oberarm. "Das macht doch nichts. Es ist wunderbar... dass sowas überhaupt möglich ist!" "Wäre nur besser gewesen wenn ich vorher meine Ausrüstung mitgenommen hätte." meinte der ehemalige Paladin noch.
"Ja... wer konnte das denn ahnen... ich frag mich auch, wie kommen die hierher... ich meine, auf der Treppe sind sie nicht hoch gegangen. "Vielleicht finden wir Hinweise im Inneren?" meinte Abraham. Geasina nickte, nun wo die Wunden nicht mehr bluteten, wurde sie wieder ein wenig unternehmungslustiger. "Wir könnten ja einen Blick werfen..."
"Ich bin soweit fertig. Was mich wundert ist, wie lange die hier stehen.... So wie es da drinnen aussah, wurde die Treppe seit Jahren nicht benutzt." meinte Abraham und Geasina nickte. Sie steckte endlich ihr Schwert weg, ein wenig zittrig war sie schon. "Ja!" "Da müssten sie schon durch ein Fenster eingestiegen sein....oder ein Portal benutzt." meinte Abraham, aber Geasina kam nicht mehr zu einer Antwort, denn nun tauchten Janett und Riven auf. "Ey! Wo is´hier´n verletzter!" fragte die Janett. "Ist doch Quark...ein Kampf? Wogegen denn? Dicke Ratten? Mhmpf..." bemerkte Riven.
Geasina stieg über die beiden Körper, die eindeutig nicht zu dicken Ratten gehörten, hinweg und schaute vorsichtig durch die Türe ins innere ihres Eventuell-Kinderzimmers. "N´Tach." meint Janett. "Tach..." erwiderte Geasina, zurückschauend. "Hier ist jemand am Abkratzen?" fragte die kleine gefühlvoll.
"Wogegen kämpft ihr denn hier, he? Und warum hat keiner von den Soldaten draußen was mitbekommen?" fragte Riven. Abraham hob die Rechte an, der Gute scheint in der Körpermitte, Bauchregion, eine nicht gerade alte Wunde zu haben. Es lagen zwei Erschlagene auf dem Boden, bei näherem Hinsehen Syndikaträuber. Und es war furchtbar staubig. Abraham deutete auf die Erschlagenen. "Antwort genug?" Geasina ergänzte: "Drinnen liegt noch einer."
"Die sind aber schon abgekratzt. Also, Schnauzbart ist verletzte. Die Rote auch?" fragte Janett. "Tja nun...sieht nicht so aus, als würdet ihr gleich sterben." stellte Riven fest. Abraham nickte "Sie ist schlimmer verletzt als ich. Ich habe uns beide erstmal mit Lichtmagie vorsorglich behandelt." "Das Heilerhuftier kommt gleich auch." meinte Riven und horchte auf, als Glockenklang zu hören war. "Was denn jetzt schon wieder..."
"Mmmh. Hier ist niemand mehr, soweit ich sehen kann." meinte Geasina und schaute sich um im Dämmerlicht in dem Zimmer um. Janett stellte fest: "Also....Ihr habt eurem goldenen Hokuspokus die Wunden versorgt? Also sind sie komplett geschlossen?" "Nein, ich habe nur die Blutung kurzzeitig gestoppt. Es ist nicht meine Spezialität zu heilen." entgegnete Abraham gelassen.
Nun, wo der letzte Räuber erschlagen war, konnten die Abenteurer endlich in den Raum gelangen, von dem Geasina annahm, es sei ihr Kinderzimmer gewesen. Möglicherweise. Wie auch immer dieser Raum früher einmal ausgesehen haben mag, an diesem Tage standen viele Kisten hier herum. Auch war auffallend, dass der Raum im Gegensatz zum Rest des Hauses zumindest grob ordentlich und sauber wirkte. Neben einem Fenster an der rechten Seite ragte etwas seltsam rundes ein wenig hervor, von hinten war ein leichter Luftzug zu verspüren.
"Ich komme schon..." meinte Geasina zögerlich und sichtlich dazwischen hin und hergerissen, ihre Wunden versorgen zu lassen und ihr Kinderzimmer zu untersuchen. "Was seid´n ihr für´n Lichtritter?" Janett schüttelte den Kopf. "Wie sehen Eure Wunden aus? Muss man nähen? Gegengift verabreichen?" "Ehemaliger Paladin." erklärte Abraham brummend. "Und es gibt sowas, das nennt sich Spezialisierung." er sah dann zu Geasina.
Janett meinte "Ehemalig. Verstehe. Ihr habt also mit´m Fingerschnippsen alles vergessen....aber Egal. Gehen wir raus. In´s Mondlicht." ""Da draußen ist die Hölle los..." warf Riven ein. "Eh?" "Wieso?" "Irgendwas hat die Soldaten aufgeschreckt...die rennen ziemlich aufgescheucht herum." erklärte die Halbelfe. "Sollen wir lieber hierbleiben erstmal?" fragte Geasina.
"Haben die sich vor Ihren Schatten erschreckt? Egal...brauchen die Hilfe?" fragte Janett. Riven zeigte ihr ein Achselzucken. "Dann könnte ich auch schauen, ob ich hier wirklich mal gewohnt hab." meinte Geasina und zuckte mit den Schultern, verzog dabei aber schmerzhaft das Gesicht und stellte die Bewegung schleunigst ein.
"Konnte nicht erkennen worum es geht. Kampflärm hör' ich keinen." erklärte Riven. "Ich schau mich mal genauer um..." Janett griff unter Ihren Umhang und holte eine Verbandsrolle hervor. Sie warf diese zu Geasina. "Kommt Ihr erstmal alleine klar?" Geasina fing die Rolle auf und erklärte, sie käme alleine klar. "Sollte Gegengift oder so´ne Salbe benötigt werden, bringe ich die später." meinte die Kleine. Gesina dankte ihr. Die anderen verschwanden nach unten und Geasina schaute sich in dem vollgerumpelten Raum um.
Sie trat zu dem Fenster auf der rechten Seite und befühlte die komische Rundung. Sie schmunzelte, als sie erkannte, was sich da verbarg: Eine aufgewickelte Strickleiter! "Hmmmmm.." Sie ging weiter zur Rückwand des Zimmers, von der es aus einer breiteren Ritze ziemlich zog. Sie drückte an der Stelle herum. Plötzlich gab ein Teil nach und schwang nach außen. Hinter dem Teil der Rückwand, der auf den ersten Blick wie ein Stück Wand wirkte, und nun an den Angeln zur Seite geklappt den Blick auf die nahe Mauer freigab, enthüllte sich auch, wie diese Räuber hier hinauf gekommen waren. Geflogen waren sie nicht. Es führte ein Brett auf ein schmales Sims der Mauer unter dem Wehrgang. In der Mauer selbst klaffte hinter dem Brett ein mannshohes Loch, verborgen von Geasinas Elternhaus. Unten auf dem Boden lagen einige Mauersteine. "Das erklärt einiges..." murmelte Geasina.
Sie ging weiter zum Kamin und kniete sich in der Ecke daneben auf den Boden. Sie klopfte behutsam mit ihren Fingerknöcheln auf den Bodendielen in der Ecke neben dem Kamin herum. Schließlich grinste sie breit, als der Klang an einer Stelle hohl wurde. Sie hebelte das lose Brett mit ihrem Dolch auf. Aus dem kleinen Raum darunter förderte sie ein beim Berühren zerbrölendses, farbenfrohes Bild von Kinderhand zu Tage. Mit gerunzelter Stirn schaut sie auf die zerfallenen Reste. Was hatte sie da wohl gemalt?
Geasina legte die Bruchstücke behutsam zurück und betrachtete die Kieselsteine, die ebenfalls dort gelegen hatten. Als letztes zog sie eine kleine, geschnitzte Reiterfigur hervor. Sie drückte sie kurz an sich, dann steckte sie das kleine Figürchen, einen Reiter im Galopp auf einem Fleckchen Erde unter ihm, so dass er stehen konnte ein und verschloss das Bodenbrett wieder. In Sturmwind angekommen, hatte sie die kleine Figur, die ihr Vater ihr einmal geschnitzt hatte, damit sie ihn nicht so arg vermissen würde, wenn er fort wäre, nie wiedergefunden. Kein Wunder, wenn sie sie in ihrem Geheimversteck aus Kindertagen vergessen hatte! Die Bemalung - Stromgard rot - blätterte zwar ab, aber das würde sie richten können. Ihr Vater würde sich sicher wundern, woher sie die plötzlich hatte!
Tzasya drückte die Tür auf, kam die Treppe herauf und klopfte an den Türrahmen, mit einer Satteltasche beladen. Geasina war inzwischen wieder zurück an die Rückwand getreten und gab gerade dem Brett, das den Raum mit der Mauer verband einen Tritt, so dass dieses polternd in die Tiefe zwischen Haus und Mauer stürzte. "Guten Abend" begrüßte die Draenei sie sanft. Nach der Erwiderung fragte sie "Ihr seid verletzt?" und musterte Geasina umgehend, so gut dies eben ging in diesen Lichtverhältnissen. "Ja..."
"Ist die Luft rein unten? Dann würde ich auch raus kommen, Riven meinte, alle wären in Aufruhr.." meinte Geasina. "Sagt mir was euch fehlt." verlangte die Draenei und stellte die Satteltasche ab, den Kopf schüttelnd. "Unten ist alles in Ordnung. Ihr werdet mir nun sagen, was euch fehlt und euch dazu niedersetzen." verlangte sie sanft. "Ja... gut." gab Geasina nach und setzte sich auf eine der herumstehenden Kisten.
Auch die Draenei reinigte die Wunden mit einer scharf alkoholisch riechenden Flüssigkeit, nachdem Geasina die Überreste ihrer Kettenrüstung und ihr ramponiertes, polsterndes Untergewand abgelegt hatte. Schließlich waren die Wunden mit einer Kräuterpaste und Verbänden versorgt. Fendraal tauchte auf, er war nochmal diese böse Treppe heraufgekommen!
Tzasya trug Geasina ins Sanktum zurück, während Fendraal ihre Rüstungsteile hinterher trug. Dort angekommen wurde sie mit Apfelsaft und Beerenkuchen verwöhnt, und gerade ermahnt, heute auf jeden Fall nicht mehr zu tun, als zu liegen oder zu sitzen, als Riven hereinplatzte und bellend rief "Auf die Füße. Wir ziehen ab." Geasina schaute auf. "Wie bitte?" Riven war schon am Packen, statt zu erklären. Loreen und Lendrik waren auch hereingekommen. "Wir haben zwei Verletzte." warf Tzasya ein, die sich nach Geasina recht besorgt um das böse Bein des Versorgers gekümmert hatte.
Lendrik sagte "Marsch Marsch, irgendwie sind welche von uns verrückt geworden und haben einen Krieg angezettelt. Keine Zeit für Fragen, ehe sie uns ins Kreuzfeuer nehmen, wenn sie sie nicht finden." Er machte sich gleich daran, die Sachen zu packen.
Janett warf kurz ein: " Gleich Tote. Verschwindet hier." Und so kam es, dass bald darauf die kleine Reisegruppe langsam durch die Straßen ritt, der angeschlagene Versorger hatte ein übriggebliebenes Pferd abbekommen. Unbehelligt konnten sie die Burg verlassen, Geasina schmerzte es sehr, so davonhetzen zu müssen und auch, nicht ihr Elternhaus weiter durchsuchen zu können. Nun wo sie sich sicher war, würde sie jeden auch noch so gammligen Haufen in den Ecken durchwühlen. Und sauber machen!
In einem Gewaltritt durchquerten sie tief in der Nacht das Arathihochland und den Verbindungstunnel zum Hinterland, an dessen Ende sie rasteten. Geasina schlief fast sofort ein.
Kurze Anmerkung: Es war Janett und nicht Tamora, die mit Riven zusammen nachgesehen hat, wogegen die Gruppe im Haus gekämpft hat. ;-)
Georg Orwell hat einmal geschrieben: “Wer verstehen möchte, wie sehr Maschinen unseren Alltag bestimmen, der möge sich jetzt einmal sofort umschauen.“ Er schrieb dies 1932. Heute ist 1984. Ich bin online. Sonst nichts.