Geasina trat aus der Tür des Langhauses, in dem die Reisegruppe netter Weise hatte unterkommen dürfen. Sie beschattete ihre Augen mit einer Hand und blinzelte in die morgendliche Helle, die über dem Holzfällerlager lag. Dunst stieg auf, der nächtliche Tau, den die Strahlen der noch schräg stehenden Sonne langsam verdunsten ließ.
Sie streckte sich. Trotz der frühen Stunde waren schon überraschend viele Leute unterwegs, Bedienstete, Arbeiter, Wachen sowieso. Sie grüßte und ging um das Gebäude herum, in dem sie genächtigt hatte. Eigentlich hatte sie vorgehabt, zu Laufen, wie jeden Morgen. Doch machte dies heute wenig Sinn, waren sie doch gestern den halben Tag auf den Beinen gewesen, und würden sie es heute wieder sein.
So dehnte sie sich nur, vollführte ihre Übungen mit der langen, schlanken Klinge, um danach zu einem Knick am Feld zu treten. Entstanden aus den Steinen, die vom Feld abgesammelt worden waren, überwuchert von kleinen Bäumen und Büschen, fand sich doch der eine oder andere Brocken unterschiedlichster Größe, um ihr als Übungsobjekt zu dienen.
Wessen Zimmer nach hinten heraus gelegen war, konnte so beobachten, wie die junge Frau nach den Dehnübungen, dem Schattenkämpfen mit dem Schwert nun zum Abschluss ihrer Übungen auch noch verschieden große Steine stemmte.
Schließlich fiel auch der letzte Stein wieder zurück auf den Knick und Geasina machte sich auf die Suche nach einem Brunnen.
Ein Guide für Menschen im Rollenspiel... so mancher mag das für unnötig halten, immerhin sind wir doch selbst welche. Und doch bemerke ich gerade bei Anfängern, aber auch Fortgeschrittenen, einige Fehler, die auf fehlendes Wissen zurückzuführen sind. Fehler, die das Rollenspiel mit anderen erschweren. Gerade diese Anfänger sind hier angesprochen, genauso wie alle anderen, die sich nicht unbedingt durch die P&P-Bücher, WoW-Wiki und andere Internetseiten durchlesen wollen.
Dieser Guide erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit. Ich habe allerdings mein Bestes getan, mich möglichst ausführlich und genau zu informieren. Als Quelle habe ich in erster Linie mein eigenes, angelesenes Wissen benutzt, dabei jedoch zur Kontrolle immer wieder auf den Alliance Players Guide und Quellenzitate auf WoWwiki und im Rollenspielforum von WoW zurückgegriffen. Als weitere Quellen dienten Questtexte und die vorhergehenden Spiele der Warcraft-Reihe. Sollten jemandem Fehler auffallen, so bin ich gerne bereit, diese zu verbessern. Dank geht an all jene, die mit dem Sammeln und Bereitstellen von Informationen mit dazu beigetragen haben, diesen Guide zu ermöglichen und zu verbessern.
Wer diesen Guide verlinken oder (auch in Teilen) übertragen will um Spieler zu erreichen, die nicht das deutsche WoW-Rollenspielforum benutzen, darf das auch ohne Nachfrage jederzeit machen, allerdings würde ich in diesen Fällen gerne als Quelle genannt.
Inhalt
1. Geschichte 1.0 Die Ursprünge 1.1 Strom - Königreich der Menschen 1.2 Die Trollkriege und die Magie 1.3 Die Sieben Reiche 1.4 Der erste Krieg 1.5 Der zweite Krieg 1.6 Zusammenbruch der Allianz 1.7 Invasion der Geißel 1.8 Die neue Allianz 1.9 Prognosen für die Zukunft
2. Staaten der Menschen 2.1 Lordaeron 2.2 Alterac 2.3 Dalaran 2.4 Sturmwind 2.5 Gilneas 2.6 Kul'tiras 2.7 Theramore
6. Wichtige Organisationen 6.1 Orden der Silbernen Hand 6.2 Kirche des Heiligen Lichts 6.3 Scharlachroter Kreuzzug 6.4 Kirin'tor
Geschichte
Die Ursprünge
Woher die Menschen kamen liegt unter den Schleiern der Vergangenheit verborgen. Weder die Trollen, noch die Zwerge oder die Elfen berichten gesichert über eine Existenz vor oder kurz nach der Großen Teilung. Allerdings gibt es Gerüchte über eine nomadische, angeblich menschliche Rasse namens Azotha noch vor der Großen Teilung, die als Jäger und Sammler in Konflikt mit den Trollen lag. Weiteren Gerüchten zu Folge sind die Menschen wie die Zwerge und die Gnome Abkömmlinge der vom „Fluch des Fleisches“ betroffenen Titanendiener, im Fall der Menschen dem Volk der Vrykul. Glaubt man den Söldnern der Allianz in Northrend, die behaupten Beweise dafür mit eigenen Augen gesehen zu haben, so könnte es sich bei den Azotha um die geschwächten Nachfahren der Vrykul handeln, von denen Teile die Große Spaltung im Arathihochland überlebten. Fest steht lediglich, dass sich die Hochkultur der Menschen aus einigen nomadischen Stämmen im Arathihochland zu der Zeit zu entwickeln begann, als die Hochgeborenen in ihr Exil in Lordaeron eintrafen. Fest steht aber auch, dass es einen primitiven menschlichen Nomadenstamm in Tanaris gibt. Dies lässt in meinen Augen den Schluss zu, dass die Menschen schon recht lange die Welt von Azeroth bevölkerten, als nomadische Stämme im Schatten der trollischen und nachtelfischen Hochkulturen, so schwach, dass sie den Geschichtsschreibern jener Epoche keinerlei Erwähnung wert waren. Ein Indiz für den Wahrheitsgehalt der Gerüchte.
Strom – Königreich der Menschen
Ungefähr zum Zeitpunkt der Besiedelung Quel’Thalas durch die Hochelfen gab es auch im Leben der auf Lordaeron ansässigen Menschen eine große Veränderung. Solange die Menschen denken konnten, hatten die einzelnen Stämme miteinander im Konflikt gelegen. Ein junger Stammesführer sah jedoch, dass es eine weit größere Bedrohung für seinen Stamm gab: die Trolle. Thoradin, Fürst der Arathi, träumte davon die Menschen gegen ihre Feinde zu vereinigen. Einen Stamm nach dem anderen besiegte der geschickte Stratege, gewährte ihnen jedoch volle Gleichberechtigung, waren sie erst einmal unterworfen. Bald hatte er alle Stämme unter seinem Banner vereinigt und gemeinsam gründeten sie im Arathihochland das Königreich Arathor. Ganz im Süden des Landes ließ er Strom errichten, die Hauptstadt des neuen Reiches und mächtige Festung der Menschheit. Wohlstand brachte die neue Nation ihren Bewohnern und König Thoradin schuf das erste stehende Heer der Menschen. Arathor blieb jedoch ständig im ständig schwelenden Konflikt mit den ansässigen Waldtrollen. Die junge Nation der Menschen befestigte das Arathihochland und errichtete gegen den Westen einen Wall, der das Land gegen Eindringlinge schützte. Ausgelöst durch die Konflikte mit den Waldtrollen von Amani begegneten die Menschen auch den Hochelfen, höchstwahrscheinlich Waldläuferkorps bei einem der Angriffe auf die Hochburg der Trolle im Hinterland. Beide Seiten misstrauten einander jedoch und so beschränkte sich der Kontakt auf ein Minimum.
Die Trollkriege und die Magie (-3,000)
Bedrängt von ihren Feinden hatten es die Waldtrolle trotz allem geschafft, sich langsam von der Niederlage gegen die Elfen zu erholen. Jetzt endlich würde ihr Befreiungsschlag gegen die Hochelfen von Quel’Thalas gehen und im Anschluss würde man sich dann um die kleinere Bedrohung, die nervigen Menschen, kümmern. Jetzt, im Angesicht einer großen Invasion von Trollen und am Rande der Niederlage, vergaßen die Hochelfen ein wenig ihren Stolz und baten das in ihren Augen primitive, doch dennoch wehrhafte menschliche Königreich um Hilfe. Ein Pakt wurde besiegelt, der den Menschen nicht nur neue Verbündete bescherte, sondern auch eine wirksame Waffe: Die Magie. Hundert durch die Quel’dorei handverlesene Menschen wurden in die Geheimnisse der Magie eingeweiht werden. König Thoradin hielt zwar wenig von diesen neuen Magiern, doch er spürte die Ausmaße der Bedrohung durch die Trolle, die ihn schon früher dazu getrieben hatten, Verbündete zu suchen und in der Einheit der Menschen geendet hatte. Mitsamt den Hochelfenbotschaftern und dem gesamten Heer marschierte er nach Norden und am Fuße der Alteracberge kam es zur Entscheidungschlacht. Menschen und Hochelfen ergänzten sich in ihren militärischen Fähigkeiten. Während die Stärke von Arathor und auch der meisten späteren Menschenkönigreiche in der standhaften Infanterie und der beweglichen Reiterei lag, waren die Hochelfen wahre Meister in den Künsten der Magie und des Fernkampfes. Hochelfenmagier nutzten Feuer, um zu verhindern, dass die Verwundungen der Trolle heilten, während die Menschen die Sicherheit eben dieser Magier besorgten. Der vereinten Schlagkraft hatten die angeschlagenen Trolle wenig entgegen zu setzen und ihr anfangs erfolgreicher Vergeltungsschlag wurde niedergeschlagen. Zwischen Menschen und Hochelfen entwickelte sich Handel und ein Schwur wurde geleistet, dass in Zeiten der Not die Nation von Arathor immer auf die Hilfe der Hochelfen zählen konnte.
Die Sieben Reiche (Zeitpunkte ungewiss)
Strom wuchs, doch dem Wachstum der Stadt waren Grenzen gesetzt. Auch führten Thoradins Erben ebenfalls ein strenges Regime und viele der Bewohner fühlten sich nicht nur räumlich eingeschränkt. Die Ersten, die Strom verließen, waren die Magier. Zu stark waren ihnen die Kontrollen und das Misstrauen durch die Könige von Strom. Sie reisten nach Norden, an die südlichen Ufer des Lordameresees am westlichen Fuße des Alteracgebirges und gründeten die Stadt Dalaran, künftiges Zentrum für die Ausbildung der Magie und Zufluchtsort der Gelehrten. Wenig später begann eine zweite Auswanderungswelle und die Staaten Kul Tiras, Gilneas und Alterac entstanden. Alle drei Staaten fühlten sich Strom eng verbunden und erkannten weiterhin die Oberherrschaft von Strom an, förderten den Reichtum ihrer Hauptstadt und füllten die Reihen von Stroms Armee, doch förderten sie gleichzeitig weiter den Unmut von Stroms Bewohnern. In dieser Zeit war es auch, dass die Menschen zum ersten Mal in Kontakt mit den Zwergen kamen, allen voran die Wildhammer- und Eisenschmiede-Zwerge. Besonders zu den Zwergen von Eisenschmiede entwickelte sich ein starkes Band. Doch immer mehr Menschen befürworteten die Suche nach einer neuen Heimat und meinten, mit den fruchtbaren Ebenen nördlich des Lordamere Sees und des Alteracgebirges ein passendes Gebiet gefunden zu haben. Trotz der Aufforderung durch den Adel weigerte sich das Königsgeschlecht von Arathor jedoch, die Stadt in der die Größe der Menschen begonnen hatte aufzugeben. So kam es, dass sich schließlich der Klerus, die meisten Adligen und viele Bewohner Stroms ohne ihr Königshaus aufmachten, den Norden zu besiedeln, wo sie den Stadtstaat Lordaeron mit den Gebieten Tirisfal, Silberwald, Hügelland und den Nordlanden begründeten. Zurückgelassen vom Großteil des Volkes und umgeben von bröckelnden Mauern, wandte sich das Königshaus nach einigen Jahren mit seinen Getreuen Richtung Süden und begründete südlich der Berge von Khaz Modan das Königreich Azeroth und die neue Königsstadt Stormwind. Das Königreich von Arathor hatte aufgehört zu existieren und das alte Zentrum der Menschen wurde in Stromgarde umbenannt. Reichtum wuchs in den einzelnen Stadtstaaten, doch auch eigene Sitten und Gebräuche entwickelten sich. Effektiv war König Thoradins Traum von einer geeinten Menschheit gescheitert.
Der erste Krieg (0-4)
Es war die Bedrohung durch die Horde, die wieder dafür sorgte, dass die Menschen sich wieder ihrer gemeinsamen Vergangenheit besannen. Der Hochmagier Medivh, Wächter von Tirisfal (mehr dazu bei Dalaran), war seit seiner Geburt vom Geist des dämonischen Titanen Sargeras besessen. Um jeglichen Widerstand außer den wohl geschwächten Nachtelfen auf Azeroth schon im Voraus zu unterbinden, waren die Orcs von Draenor zu einer blutrünstigen Horde verdorben worden und Sargeras selbst beschwor in Medivhs Körper ein Portal in den Sümpfen südwestlich von seiner Heimat Karazhan herauf. Die Horde, überzeugt davon einen weiteren einfachen Völkermord wie bei den Draenei begehen zu können, holte sich vor Stormwind eine blutige Nase. Chaos entstand und es dauert längere Zeit, bis sich die Horde erholt. Schließlich jedoch, nach internen Machtkämpfen und damit nun unter Führung von Black the Destroyer war es der Horde möglich wichtige Siedlungen von Azeroth zu zerstören und Sturmwind zu erobern. König Llane Wrynn wurde noch vor dem Fall seiner geliebten Stadt ermordet. Hunderte von Flüchtlingen trieben die Orcs auf überladenen Schiffen nach Norden, unter ihnen auch spätere Helden wie Sir Anduin Lothar, letzter Spross des Königshauses von Arathor.
Der zweite Krieg (5-8)
König Terenas Menethil II von Lordaeron erhörte die Bitte um Beistand und berief sofort eine Versammlung der Reiche ein, um die Bedrohung durch die Orcs zu diskutieren. Dank seiner politischen Fähigkeiten schaffte er es, nicht nur die Menschennationen Gilneas, Stromgarde, Dalaran, Alterac und Kul Tiras zu gewinnen, nein, auch die Bronzebartzwerge von Ironforge, die Wildhammerzwerge von Aerie Peak und die Gnome schlossen sich der Allianz an, als diese erste Kontakte mit der Horde erlebten. Die Hochelfen lehnten große Truppenkontingente mit der Begründung ab, Arathor existiere nicht mehr, fühlten sich Lord Anduin Lothar als letztem direkten Erben der Thoradinlinie aber immer noch verpflichtet und schickten einige wenige Truppen. Dies ist der Beginn der Allianz. Zur gleichen Zeit rüstete auch die Horde auf. Sie versklavte die Drachenkönigin Alextrasza und unter dem Schutz der Drachen machte sich eine Flotte aus den Ruinen von Stormwind auf und landete Truppen in den Wetlands (Sumpfland), dem Arathihochland und dem Süden Lordaerons an. Eine zweite Streitmacht marschierte vom Blackrock nach Norden und plündert Loch Modan. Hier teilte sich das Heer und während ein Teil weiter nach Norden marschierte, die Sumpflande mit allen Zwergenfestungen, unter ihnen auch Grim Batol, die alte Heimat der Wildhammer einnahm, versuchte der zweite Teil, Khaz Modan und die Nation von Ironforge sowie die Gnome zu unterwerfen. Die Zwerge widerstanden jedoch an den Toren ihrer großen Stadt erfolgreich und schafften es, große Teile des orcischen Heeres auf lange Zeit zu binden. Aus Angst, bei einer Niederlage seine Machtposition zu verlieren, verriet Lord Aiden Perenolde von Alterac die Allianz und versorgte die Horde heimlich mit Vorräten und logistischen Informationen. Es kam am Thandol Übergang zu einem Stellungskampf, über Monate mit keinerlei Gebietsgewinnen aber hohen Verlusten. Die Landoffensive der Horde war zwar gestoppt, aber während- dessen kämpften sich die angelandeten Truppen durch das Land westlich und nördlich, das Alteracgebirge als Rückzugsgebiet nutzend. Zu diesem Zeitpunkt schloss sich auch Zul’Jin mitsamt seiner Waldtrolle der Horde an, befreit durch Doomhammer und nun in dessen Schuld. Ein Pakt wurde ausgearbeitet, der die fruchtbaren Täler Lordaerons der Horde überlassen würde, während die Wälder wieder an die Amani gehen sollten. Verstärkt durch das gesamte Heer der Waldtrolle fiel die Horde in Quel’Thalas ein und marschierte auf Silvermoon zu. Erst bei den Runensteinen des Eversongforrests konnte die Horde von den Kämpfern der Hochelfen und dem zu Hilfe eilenden Heer der Allianz gestoppt werden. Die Horde hatte den Zorn der Hochelfen auf sich gezogen und in Windeseile schlossen sich die Heere der Hochelfen in voller Stärke der Allianz an. Orgrim Doomhammer hatte die Zeit jedoch gut genutzt. Sein zahlenmäßig überlegenes Heer bereitete sich auf die Belagerung Lordaeron-Stadts vor und war bereit, die Allianz zu vernichten. Doch Gul’dan, neben Doomhammer der bedeutendste Orcführer, zerschmetterte die ehrgeizigen Pläne. Seine Gier nach Macht führte ihn dazu, mit einem großen Teils des Heeres abzureisen und nach dem Grabmal von Sargeras zu suchen. Doomhammer ließ die Verräter verfolgen und diese sahen sich zwischen den ausbrechenden Dämonen aus Sargeras Grab sowie ihren Verfolgern eingekesselt. Der Großteil von Gul’dans Stormreaver- und Twilighthammer-Clans überlebte die Kämpfe nicht. Entfliehende Schiffe wurden wenig später von der Kul'tiras Marine aufgespürt und versenkt. Einige Oger entkamen jedoch unter Führung von Cho’gall nach Kalimdor.
Das war die Gelegenheit, auf die die Allianz gewartet hatte. Sie nutzten die Chance um die im Stich gelassenen Überreste der Horde anzugreifen. Die Invasion Lordaerons war vorerst gescheitert und die angelandeten Hordetruppen mit ihren Schiffen wurden nach Süden vertrieben. Durch die Niederlage der Horde in Lordaeron wurden große Mengen an Truppen frei und die Verteidiger des Thandol Übergangs für ihre Ausdauer belohnt. Das Heer der Allianz eroberte den Brückenkopf vollständig und marschierte gegen Süden, die Horde vor sich hertreibend. Das war auch das Ende der Belagerung von Ironforge, denn mit einer Bedrohung im Norden und der Zerstörung von orcischen Förderstellen in Khaz'modan konnte die Belagerung nicht aufrecht erhalten werden. Eine kurze Pause trat in den Kämpfen ein. Während die Horde Verstärkungen im Süden sammelte, war die Allianz damit beschäftigt Überbleibsel der Horde im Norden auszurotten. Dabei kam es auch durch Zufall zur Entdeckung des Verrates von Lord Perenolde und Alterac. Das eigenständige Reich wurde zerschlagen und Lordaeron als Protektorat zugeteilt.
Wenig später marschierten die Truppen der Allianz immer weiter nach Süden, auf die große Festung der Horde, den Blackrock zu, wo diese sich sammelte. Es kam zum Entscheidungskampf zwischen Doomhammer und Lothar. Die Versionen reichen vom epischen Zweikampf (erzählt von der neuen Horde) bis zum feigen Hinterhalt (erzählt von den Menschen). Doch Anduin Lothars Tod in diesem Duell der Giganten brachte nicht die ersehnte Verzweiflung in den Reihen der Allianz. Nach Lothar übernahm Turalyon die Führung und die erzürnte Allianz siegte am Blackrock, nahm Doomhammer gefangen. Die Horde floh in Richtung des Portals und leistete dort ein letztes Mal erbittert Widerstand. Doch auch hier siegte die Allianz, trieb die Orcs durch das Portal und schloss es. Als aber die Horde erneut das Portal öffnete und nach Azeroth vorzudringen drohte, durchschritten bedeutende Helden der Allianz das Portal um es endgültig von der anderen Seite zu versiegeln. Der Krieg in Draenor/Outland tobte mehrere Jahre (9-10).
Zusammenbruch der Allianz
Der Krieg war gewonnen und während die Städte und Dörfer wiedererrichtet wurden, brachte man die Orcs in Internierungslager. Der Unterhalt dieser Lager war jedoch kostenintensiv und so erlegte König Terenas eine neue Steuer auf sein Volk, sehr zum Unwillen der Bevölkerung. Grenzstreitigkeiten zwischen den unterschiedlichen Nationen kamen auf. Gilneas und Stromgarde verließen die Allianz, wohl aus Gründen der Unzufriedenheit über den Umgang mit den Orcs. Stromgarde trat zwar mit der aufkommenden Gefahr der Geißel wieder der Allianz bei, konnte jedoch auf Grund seiner Schwäche kaum Hilfe leisten. Auch Kul'Tiras soll kurzzeitig kein Teil der Allianz mehr gewesen sein. Inzwischen sind sie jedoch wieder Teil der Allianz, wobei es aber keine Informationen darüber gibt, warum Kul Tiras wieder beitrat. Ich persönlich halte die Flucht der Orcs aus den Lagern für den Auslöser, möglicherweise aber auch die Bedrohung der nahegelegenen Hafenstadt Southsore durch die Geißel. Andere Stimmen sagen, dass Daelin Proudmoore als guter Freund Terenas einen solchen Austritt seines Reiches nie zugelassen hätte. Die Unzufriedenheit der einfachen Bürger führte dazu, dass sich viele kriminelle Organisationen in den Reichen der Menschen bildeten, am bekanntesten das Syndikat als Zusammenschluss ehemaliger Adliger von Alterac, die sich mit stehlen über Wasser hielten und Kriminelle in ihre Banden aufnahmen und der Kult der Verdammten - Anhänger des Lichkönigs - der die Invasion der Geißel vorbereitete.
Invasion der Geißel (20-24)
Während Thrall die Horde sammelte und nach Kalimdor floh, brach in den Nordlanden (heutige Pestländer) eine geheimnisvolle Seuche aus. König Terenas entsandte den Adligen Uther Lightbringer, ersten der Paladine, und seinen Sohn Arthas, Schüler von Uther, die Ereignisse zu untersuchen. Bald fanden sie heraus, dass die Seuche von einem Kult verbreitet wurde, der sich Kult der Verdammten nannte, und über das Getreide verbreitet werden sollte. Doch die beiden, inzwischen von Jaina Proudmoore begleitet, erreichten Stratholme, wo das Getreide verteilt werden sollte zu spät. Die Bewohner waren schon infiziert. Um zu verhindern, dass die Bewohner sich in willenlose Zombies verwandelten, befahl Arthas, die Bewohner abzuschlachten, im dauernden Wettkampf mit dem Schreckenslord Malganis, der versuchte, so viele Untote wie möglich um sich zu sammeln. Entsetzt von der Grausamkeit dieses Befehls wandten sich Uther und Jaina von ihm ab, erst später an die Stätte der Greueltat zurückkehrend und das Ausmaß betrachtend. Zu diesem Zeitpunkt bereitete Arthas schon eine Expedition nach Northrend vor, wohin Malganis geflohen war, nicht ahnend, dass er damit dem Lichkönig in die Falle ging. Dort gelang es Arthas die Untoten zurückzuschlagen und Malganis zu töten, doch um einen hohen Preis. Arthas hatte die verfluchte Runenklinge Frostmourne an sich genommen, das Schwert des Lichkönigs, und so seine Seele verloren. Er kehrte als Held nach Lordaeron zurück, ermordete jedoch seinen Vater und begann die Menschen Lordaerons zu erschlagen, während die Geißel im bisher unberührten Tirisfal einfiel. Nach der Eroberung Lordaerons begann er die Invasion von Quel’Thalas, um Kel’Thuzad, Anführer des Kult des Verdammten und früheren Gegenspieler wiederzubeleben, damit dieser die Beschwörung Archimondes durchführen könne. Er war erfolgreich, benötigte jedoch einen passenden Ort für die Beschwörung. Am passendesten erschien den beiden Dalaran, da durch die dortigen Experimente und Dämonenbeschwörungen Risse in die Dimension gekommen waren und dort auch das Zauberbuch von Medivh aufbewahrt wurde, dessen Formeln schon das Dunkle Portal geöffnet hatten. Die Beschwörung gelang, Dalaran wurde eingeäschert, und zusammen mit Archimonde überquerten große Teile der Geißel das Meer nach Kalimdor, um an der Seite der Brennenden Legion den Weltenbaum anzugreifen. Dort wurde die Legion jedoch von den vereinten Heeren der Horde, der Nachtelfen und der Menschen von Theramore - Flüchtlingen Lordaerons unter Jaina Proudmoore - geschlagen. Die Geißel kehrte nach Lordaeron zurück, eine neue Welle von Flüchtlingen auslösend, von denen viele nicht mehr die schützenden Pässe des Alteracgebirges erreichten, nachdem Arthas die Jagd auf sie eröffnete. Arthas war jedoch durch einen Attentat auf seinen Meister gezwungen nach Northrend zurückzukehren, Lordaerons untote Truppen dadurch schwächend. Auch gelang es den Verlassenen, ihre durch die Schwäche des Lichkönigs gelockerten mentalen Fesseln abzuwerfen, was zum Bürgerkrieg unter den Untoten führte.
Die neue Allianz
Längere Zeit war Theramore nominelles Zentrum der Allianz. Die persönliche Freundschaft zwischen Lady Jaina Proudmoore und Kriegshäuptling Thrall verhinderte mehrere Jahre lang den erneuten Ausbruch eines Krieges zwischen Horde und Allianz, führte aber zu einer inneren Spaltung von Theramore selbst und von der Allianz in einen Westblock, der hoffte die Konflikte durch Verhandlungen lösen zu können und einen Ostblock unter Führung von Sturmwind, der einen zukünftigen Krieg als unausweichlich sah. Diese inneren Spannungen, die fast zu einer Spaltung der Allianz geführt hatten, haben sich mit dem Kataklysmus schlagartig entladen. Ohne Thrall an der Spitze und ohne die weise Zurückhaltung Cairnes gibt es bei der Horde keine offensichtlichen Führungspersönlichkeiten mit denen Verhandlungen möglich sind. In Kalimdor herrscht offener Krieg zwischen Theramore und Ogrimmar und während sich Abenteuerer beider Seiten gegen die Elementare und alten Götter in den Krieg werfen, rüstet Sturmwind seine Truppen für den Marsch nach Norden, während es die Kriegsanstrengungen in Kalimdor mit Soldaten und Ressourcen unterstützt.
Prognosen für die Zukunft
Die Allianz hatte unter den Auswirkungen des Kataklysmus ganz besonders zu leiden. Der Angriff von Todesschwinge auf Sturmwind verhinderte oder zumindest verlangsamte den Angriff auf Lordaeron, was den Verlassenen ermöglichte, die Bastionen der Allianz im Hügelland und in Andorhal zu schleifen. Auch profitierten die Verlassenen von dem durch die Beben zerbrechenden Riffe, die Gilneas so lange vor einem Angriff von See aus bewahrt hatten. Von besonderem Interesse für die Allianz ist die zukünftige Handlung ehemaliger Allianzgruppen wie den Magiern von Dalaran und dem Argentumkreuzzug. Der Eroberungsfeldzug der Verlassenen führt zumindest zu äußerstem Unwohlsein bei den Führern der beiden Fraktionen und zumindest die Bürger Dalarans, die sich in Lordaeron aufhielten, mussten einen heftigen Preis zahlen. Möglicherweise zeigen die Ereignisse um Ambermill schon einen Wechsel in der Politik von Dalaran an. Mindestens genauso interessant ist auch die Einstellung Silbermonds zur Horde. Der Lichtglaube, die Kontakte zu den Naaru und damit auch den Draenei, die allgemeine Geringschätzung gegenüber den Völkern der Horde und der sich anbahnende Konflikt mit den Verlassenen lassen es unsicher erscheinen, auf wessen Seite (außer der eigenen) die Blutelfen stehen werden, wenn es eines Tages zum Showdown in Lordaeron kommt. Für eine Koexistenz von Horde und Allianz sieht es nach den Kriegsverbrechen der Horde und den harten Gegenoffensiven der Allianz so düster wie nie aus, während gleichzeitig Freundschaften wie jene zwischen Tauren-Häuptling Baine Bloodhoof und Prinz Anduin Wrynn Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufleuchten lassen.
Die Staaten der Menschen
Lordaeron
Größtes Menschenkönigreich der Vergangenheit und Heimat großer Teile von Stroms ehemaliger Bevölkerung. Die fruchtbaren Ebenen dieses Landes waren das Ziel der dritten großen Auswanderungswelle aus dem alten Königreich Arathor, angeführt besonders vom aufstrebenden Klerus der jungen Lichtreligion. Lordaeron war unter König Terenas II Basis für jegliche Operationen gegen die Horde im zweiten Krieg und politischer Führungsstaat. Zum heutigen Zeitpunkt ist Lordaeron fast völlig vernichtet. Lordaeron litt am stärksten unter dem Angriff der Geißel und hat sich bisher nicht erholen können. Anspruch auf die politische Vertretung erheben zahllose Gruppen: Die Verlassenen als auferstandene Bürger Lordaerons, Sturmwind im Namen überlebender Flüchtlinge, der Argentumkreuzzug, die Lordaeron-Worgen und die Überreste des Scharlachroten Kreuzzugs. Viele ehemalige Lordaeroner flohen nach Westen und gründeten Theramore, während die übrigen Flüchtlinge sich nach Süden aufmachten und eine Zuflucht in Sturmwind fanden. Abgesehen von den östlichen Pestlanden ist Lordaeron unter der Kontrolle der Verlassenen. Andere Fraktionen finden sich in der Rolle von Widerstandskämpfern. Solange Menschen und Untote noch Armeen aufbringen können wird Lordaeron immer ein Schlachtfeld bleiben.
Herrscher: Prinzessin Calia Menethil (verschollen). Sturmwind, Argentumkreuzzug und Scharlachrote erheben Anspruch auf Verwaltung in ihrem Namen Bansheekönigin Sylvanas Windrunner erhebt Anspruch im Namen der Verlassenen Staatsform: Ehemals Monarchie mit Einfluss durch Landadel, derzeit ungeklärt
Wappen: Blaues Lordaeron-L auf weißem Grund Nationalfarbe: Weiß
Gebiete: Tirisfal, nördlicher Silberwald, Pestländer (ehemals Nordlande) und das Hügelland. Süderstade besitzt Sonderstatus als Schenkung an Sturmwind.
Bespielbar: Vollständig bis auf Lordaeron Stadt. Problematik mit Kreuzzug-Spielengine.
Alterac
Schwächstes, aber auch ältestes Reich der Menschen außerhalb von Arathor. Arbeitete während des zweiten Krieges mit der Horde zusammen und wurde nach Aufdeckung des Verrates von Lordaeron trotz teilweise heftiger Proteste der anderen menschlichen Fürsten in der Allianz als Protektorat annektiert. Mit dem Zusammenbruch Lordaerons im dritten Krieg entstand ein Machtvakuum, das derzeit vom Syndikat und Ogern ausgefüllt wird.
Herrscher: Lord Aliden Perenolde Staatsform: Derzeit Anarchie
Wappen: Oranger Phönix auf grauem Hintergrund. Nationalfarbe: Orange
Gebiete: Alteracgebirge
Bespielbar: Vollständig
Stromgarde
Einst unter dem Namen Arathor Gründungsreich der Menschen, zeugen heute nur noch Ruinen wie der Thoradinwall und der durch die Zwerge errichtete Thandolübergang von der einstigen Größe. Die Hauptstadt Strom wurde in großen Teilen von Ogern des Boulderfistclans und einer eigenständigen Abteilung des Syndikats unter Lord Falconcrest eingenommen. Lediglich ein Drittel der Stadt ist weiterhin durch die alten Einwohner besetzt. Von außen wird das Königreich durch die Verlassenen bedroht, die besonders an den Ressourcen des Arathibeckens interessiert sind und mit Prinz Galen zum ersten Mal seit Jahren auch einen möglicherweise legitimen Anspruch auf das Königreich haben. Innere Feinde sitzen im ehemaligen Internierungslager Hammerfall und den Trolldörfern. Der Widerstand im Arathihochland wird durch die League of Arathor organisiert, die seit Jahren von ihren Gönnern in Sturmwind mit Geld und Waffen versorgt wird. Die Rückkehr der Outland-Expedition und kampfgestählter Soldaten Stromgardes unter Führung des charismatischen Danath Trollbane könnte in naher Zukunft die langersehnte Wende für die Allianz bedeuten.
Herrscher: Lord Danath Trollbane (Allianzsicht), Prinz Galen Trollbane (Hordesicht) Staatsform: Monarchie, mit Einfluss durch Landadel
Wappen: Rote Faust auf weißem Grund Nationalfarbe: Rot
Gebiete: Arathihochland, Arathibecken.
Bespielbar: Vollständig
Dalaran
Dalaran wurde von Magiern gegründet, die sich nicht mehr den strikten Regeln und unterschwelligen Anfeindungen der Oberschicht von Strom beugen wollten. Dennoch unterwarf sich Dalaran zu allen Zeiten dem Oberbefehl des Königshauses von Strom und war bis zu den Ereignissen um den Wyrmkrieg stets eine der bedeutendsten Säulen der Allianz, trotz seiner im Vergleich zu anderen Reichen geringeren Bevölkerung.
Dalaran ist Ausbildungsstätte fast aller älteren Magier der Menschen und stand auch Pate für die Magierakademie in Sturmwind. Als Aufbewahrungsstätte vieler wertvoller magischer Artefakte wurde Dalaran bereits mehrfach von Feinden zerstört, jedoch immer wieder aufgebaut. Dalaran befindet sich derzeit in Northrend um als Posten für den Krieg gegen Malygos und die vielen anderen Gefahren dort zu dienen, ursprünglich jedoch am Südufer des Lordameresees beheimatet. Dalaran war auch Sitz des Rates von Tirisfal, einem volksübergreifenden Magierorden, dessen Aufgabe es war Dämonen unschädlich zu machen.
Im Zuge des Krieges gegen den blauen Drachenschwarm hat Dalaran zum ersten Mal in seiner Geschichte auch potenzielle Feinde der Allianz bewusst in seine Mauern aufgenommen. Damit löst es sich immer stärker von seinen alten Bindungen.
Herrscher: Rat der Kirin’Tor Staatsform: Magokratie, senatsähnlich aufgebaut
Wappen: Gelbes Auge auf Violett Nationalfarbe: Violett
Gebiete: Dalaran und das direkte Umland, sowie gemeinsam mit Sturmwind die Festung Nethergarde in den Verwüsteten Landen. Nach Zusammenbruch Lordaerons auch Silberwald.
Bespielbar: Vollständig. Dalaran ist kein Teil der Allianz mehr, jedoch allianzfreundlich. Bekämpft die Verlassenen, allerdings ein Bündnis mit den Blutelfen in Aussicht. Akzeptiert Hordensöldner.
Sturmwind
Ursprünglich als Königreich Azeroth bekannt, nach dem auch die Welt und ein Kontinent benannt sind, wurde der Name der alten Königsburg nach dem Wiederaufbau zum neuen Namen des Königreichs. Sturmwind ist nach der Zerstörung Lordaerons und dem Zerfall der übrigen Reiche neben Theramore letzte Bastion der Menschen. Sturmwind bot nach dem dritten Krieg allen Flüchtlingen aus dem Norden ein neues Zuhause, wie es ihre Eltern und Großeltern und vielleicht sogar sie selbst als Kinder an der Küste von Süderstade fanden. Die Stadt ist wohl bewaffnet, floriert vom Handel mit anderen Städten und die Lage friedlich. Dämonen und Untote sind die verhassten Feinde jedes normalen Bürgers und auch die Horde findet wenige Fürsprecher. Das Volk ist mächtig genug, um Verbrecher, Kultisten, Hexenmeister und ähnliche Gestalten nach kurzem Prozess öffentlich hinrichten zu lassen. Neben den Menschen kann Sturmwind auch eine ansehnliche zwergische Bevölkerung aufweisen, sowie Hochelfen und Gnome ja sogar auch einige Nachtelfen. Derzeit mächtigstes Königreich der Menschen, erhebt Sturmwind Anspruch auf die Führung der Allianz und hat diesen Anspruch seit der Rückkehr von Varian Wrynn auf den Königsthron recht erfolgreich durchgesetzt.
Erste direkte Kontakte mit der Geißel hatte Sturmwind erst vor kurzer Zeit, als der Lichkönig seine Offensive startete. Dieser direkte Angriff verhinderte den Marsch auf die Pestländer und brachte König Varian dazu einen direkten Vergeltungsschlag auf Icecrown, die Zitadelle des Lichkönigs in Northrend zu starten. Varian ist überzeugt, dass Thrall die Horde nicht unter Kontrolle hat und nur ein schnelles Handeln die Position der Allianz festigen kann.
Nach dem Bürgerkrieg zwischen Varimathrastreuen und den hordefreundlicheren Sylvannastreuen, führte Varian einen Vergeltungsschlag gegen das zwischenzeitlich der Horde durch Varimathras entrissenen Lordaeron. Entsetzt durch seine Eindrücke vor Ort in seiner einstmaligen Exilheimat und nach einem Zusammenstoß mit Hordetruppen innerhalb der Katakomben von Lordaeronstadt, hat Varian der Horde die Zusammenarbeit aufgekündigt und den Krieg erklärt.
Herrscher: König Varian Wrynn Staatsform: Erbmonarchie mit gewählten Magistraten in den Gemeinden
Wappen: Gelber Löwenkopf auf Blau Nationalfarbe: Blau
Gebiete: Sturmwind, Elwynn, Nordhaintal, Westfall, Dämmerwald, Rotkammgebirge, Karazhan. Nethergarde und Tol Barad wird gemeinsam mit Dalaran kontrolliert. Süderstade wurde gemeinsam mit Lordaeron verwaltet.
Bespielbar: Vollständig
Gilneas
Eingebettet zwischen rauen Berghängen an der Küste und dem Greymanewall im Norden ist Gilneas eine einzige Festung. Zwar war Gilneas während dem zweiten Krieg Teil der Allianz und sandte auch Truppen, war jedoch der Überzeugung, sollten die Orcs nach Gilneas kommen, werde man mit denen schon fertig werden. Ihre Forderung bei Ende des Krieges, alle Überlebenden der Horde hinzurichten wurde von der Führung der Allianz abgelehnt. Als Reaktion zog Gilneas jegliche Unterstützung zurück und verschanzte sich hinter dem frisch errichteten Greymane-Wall. Seit dem hegte es kaum Kontakt mit der Allianz und hielt seine Tore vor dieser verschlossen, selbst als Flüchtlinge aus Lordaeron um Einlass bettelten. Vereinzelte Schiffe aus Gilneas befuhren jedoch noch die Meere und unter Lady Jainas Truppen in Kalimdor befand sich eine Gilneas Brigade, politische Abweichler.
In Kul'Tiras kursierten Gerüchte, denen zufolge Gilneas den Naga zum Opfer gefallen sein. Andere Gerüchte behaupteten, dass Gilneas vom Worgenfluch befallen wäre, den der Magier Arugal auf die Menschen des Silberwaldes rief, um erfolgreicher gegen die Untoten Krieg führen zu können. Letztlich stellten sich diese Gerüchte als die zutreffenden heraus.
Während die gesamte restliche Welt über die Geste der Isolation rätselte, hatte Gilneas mit immer stärkeren Problemen zu kämpfen. Zwar plünderten Nagas die Küsten, doch die wahre Gefahr erhob sich mitten unter den Menschen von Gilneas. Getroffen von einem rätselhaften Fluch, verwandelten sich harmlose Bürger in reißende Wolfsmenschen und überfielen ihre Nachbarn. Wer gebissen wurde und irgendwie überlebte, verwandelte sich ebenfalls in einen dieser Worgen, wie die Rasse genannt wurde. Gilneas stürzte in einen Bürgerkrieg zwischen Menschen und Worgen. Noch während der Bürgerkrieg tobte durchbrachen die Verlassenen die Mauern im Norden und marschierten durch das blutende Land. Erst in letzter Sekunde gelang es ein Serum zu entwickeln, mit dem den Worgen ihr menschliches Bewusstsein wieder gegeben wurde. Mit Hilfe der Nachtelfen gelang es der neuen Rasse nicht nur, zu Lernen ihre innere Bestie zu zügeln, sondern auch nach Teldrassil zu entfliehen, von wo aus sie hoffen, ihre Heimat zurück zu erobern und blutige Rache an den Verlassenen zu nehmen.
Herrscher: König Genn Greymane Staatsform: Monarchie
Wappen: Weiße Rune auf Schwarz Nationalfarbe: Schwarz
Gebiete: Halbinsel Gilneas, Burg Silverlaine mit Pyrewood, Ambermill.
Bespielbar: Vollständig.
Kul'Tiras
Kul Tiras ist ein älteres Menschenreich, gegründet auf einer dem Festland westlich vorgelagerten Inselgruppe und früher Hauptumschlagsplatz für den gesamten Meereshandel der Allianz. Die Flotte von Kul'Tiras ist legendär, ebenso wie die Marinesoldaten, die im zweiten Krieg entscheidend für vielen Schlachten gegen die Horde zu Wasser waren und die Landoffensiven erst ermöglichten. Die Hauptstadt ist Boralus. Auch Kul'Tiras wurde von Trupps der Geißel angegriffen, spürte jedoch nur einen leichten Hauch dieser Gefahr. Weitaus größerer Schaden wurden dem stolzen Reich durch den Kampf gegen die Horde, die Abreise Jaina und Daelin Proudmoores nach Kalimdor mit Großteilen der Flotte und den steten Konflikt mit Naga, Murlocs und Piraten zugefügt. Dennoch ist Kul'Tiras weiterhin ein treuer Unterstützer der Allianz und die nautischen Erfahrungen und Landepunkte in Kalimdor essentiell bei einem erneuten Krieg gegen die Horde.
Wappen: Goldener Anker auf Grün Nationalfarbe: Grün
Gebiete: Kul Tiras sowie vorgelagerte Marinestützpunkte und Handelsposten.
Bespielbar: Derzeit nur als Schiffscrew möglich (Implementierung möglicherweise mit einem späteren Addon).
Theramore
Das jüngste Königreich der Menschen ist derzeit auch Hauptstadt der Allianz, angefochten durch das aufstrebende Sturmwind. Obwohl es Rechtsnachfolger Lordaerons ist, schwindet sein Einfluss stetig Als Festung und letzte Rückzugsmöglichkeit entworfen liegt Theramores sonstiges Potential nur in der Bedeutung als Hafen und möglichem Ausgangspunkt für einen Krieg gegen die Horde. Gegründet wurde die Stadt von Flüchtlingen Lordaerons, Kul'Tiras und wohl auch Gilneas, die Medivhs Prohezeiung Glauben schenkten, inzwischen aber verstärkt durch Mitglieder der dritten Flotte von Kul Tiras, die unter Admiral Daelin Proudmoore dessen Tochter nachreiste und für heftige Störungen im Waffenstillstand mit den Orcs sorgten.
Herrscher: Lady Jaina Proudmoore Staatsform: Aristokratie, als Rat organisiert
Wappen: Drei blaue Sterne über blauem Anker auf Weiß, sowie Lordaeron-L in der Ecke Nationalfarbe: Gold
Gebiete: Theramore, Düstermarschen, Nordwacht, der Osten des Südlichen Brachlandes.
Bespielbar: Vollständig bespielbar
Hauptspielplatz des Rollenspiels dürfte auf den meisten Realms für Menschenspieler typischerweise Sturmwind mit seinem mächtigen Hafen und den großen Zahlen an Flüchtlingen sein. Auch die Adligen anderer Regionen halten sich meist dort auf, wie Brann Bronzebeard einst spöttisch sagte: „Scheint mir, als ob jeder verdammte Anführer derzeit in Sturmwind hockt und diskutiert, anstatt endlich mal ihren Aufgaben nachzugehen.“ Durch die Rückkehr König Varians befindet sich diese Situation aber langsam in der Auflösung, da er als eine der erste Amtshandlungen die gesamten Truppen in Bewegung gesetzt hat – mitsamt ihren Führern.
Religion – Das Heilige Licht
Menschen folgen der Philosophie des Heiligen Lichtes. Diejenigen, die keine direkten Anhänger sind – oder sich in einer Glaubenskrise befinden – akzeptieren die Religion doch aufgrund ihrer Ziele und den eindrucksvollen Demonstrationen der Macht des Lichts. Anhänger anderer Religionen sind unter den Menschen kaum vorhanden, abgesehen von einigen Schattenkultisten und Anhängern von Geißel oder Legion. Einzig die Religion der Nachtelfen könnte in der Zukunft einen stärkeren Platz einnehmen. Sollte sich bei den Zwergen der Titanenkult etablieren könnte er auch Anhänger bei den Menschen finden.
Worum geht es aber in dieser Religion? Letztlich lässt sich das Ziel auf einen einzigen Punkt herunter brechen: Eine bessere Welt für alle. Jeder, der für dieses Ziel kämpft und fest im Glauben an das Licht steht, ist in der Lage die Kräfte des Lichts zur Hilfe anzurufen. Um dieses Ziel der besseren Welt zu erreichen, kämpfen die Anhänger des Lichts aber nicht nur gegen alles Böse, dass ihnen begegnet. Viel mehr findet jeder Anhänger seinen persönlichen Bereich, um die Welt zu verbessern. Die gesamten Lehren lassen sich in drei Begriffen zusammenfassen, den sogenannten Drei Tugenden. Die erste Tugend ist Respekt. Nur wer begreift, dass nicht nur man selbst mit der Welt verbunden ist, sondern die Welt nur dann zu einem besseren Ort für einen selbst wird, wenn man das Glück anderer nicht zerstört, sondern respektiert, kann wirklich eine bessere Welt schaffen. Die zweite Tugend ist Geduld. Die Welt kann nicht an einem Tag verbessert werden, sondern erfordert viele Lebensspannen an harter Arbeit auf diesem Weg. Viele Novizen verlieren ihre Hoffnung, wenn sie dies das erste Mal begreifen. Die dritte Tugend ist Mitgefühl. Mitgefühl ist die stärkste – und gefährlichste – Tugend. Sie zu meistern benötigt unglaubliche Hingabe. Denn Hilfe, die nicht nötig oder sogar unerwünscht ist, kann großen Schaden und Unglück verursachen, da man den anderen daran hindert sich zu entwickeln und Glück aus seinen bestanden Herausforderungen zu ziehen. Nur diejenigen, die durch das Erüben der anderen Tugenden weise genug sind, sollten diese Tugend ausüben.
Wie jedes Volk haben auch die Menschen ihre ganz eigenen Vorstellungen bezüglich Reife, abhängig von ihrer biologischen Uhr.
Die Kindheit eines Menschen endet mit 15, spätestens aber 17 Jahren, ab wann er als eigenständiges Mitglied der Gesellschaft gilt. Die meisten der Menschen erreichen die Sechziger auf Grund von Krankheiten, körperlichen Gebrechen oder dem gewaltsamen Tod nicht mehr. Trotzdem gibt es auch immer wieder Berichte, im Besonderen von Helden, die es sogar über die Hundert schaffen. Dennoch dürften die meisten Menschen irgendwann in ihren Fünfzigern sterben. Magier sind in der Lage ihren Tod durch Zauber zu verzögern. Als Mittleres Alter werden die Dreißiger angenommen.
Typische Klassenkonzepte
Soldat (Krieger): Soldaten stellen bei den Menschen neben Bauern und Handwerkern die größte Gruppe dar. Ausbildung erhalten sie durch ihr Königreich. Ihr Ansehen hängt vom Rang ab, den sie in der Armee bekleiden. Die Fußsoldaten der Menschen kämpfen typischerweise mit Schwert und Schild. Als Reiter wechseln sie zur Lanze über. Im Fernkampf nutzen sie meist Wurfspeere und Pfeil und Bogen.
Späher (Schurke, Jäger): Leichtgerüstete Soldaten, die nicht direkt im Heer eingesetzt werden, sondern zum Kundschaften und Töten wichtiger feindlicher Ziele aus dem Hinterhalt. Wenige dieser Soldaten schaffen es in hohe Ränge und auch ihr Ansehen bei der Bevölkerung ist eher gering, trotz ihrer wichtigen Aufgaben. Typischerweise nutzen Späher Schwerter, Dolche, Kolben und Armbrüste.
Söldner (Krieger, Schurke, Jäger): Söldner und Milizen sind meist Bauern oder Handwerker, die aus Gründen der Selbstverteidigung zu den Waffen greifen. Einige von ihnen führen das Kämpfen weiter und lassen sich für einzelne Aufträge bezahlen. Eigentlich das Grundkonzept aller WoW-Charaktere in der Engine. Unter den Söldnern finden sich auch Kriminelle und Auftragsmörder.
Paladin: Die Paladine sind schlichtweg die angesehenste Klasse in der Bevölkerung. Generell großzügig und mitfühlend, schafft es keine andere Gruppierung so in die Herzen der einfachen Menschen. Der Großteil dieser Gruppierung entstammt dem Adel. Paladine gehören typischerweise einer städtischen Paladinloge oder dem Argentumkreuzzug an. Ein Paladin ist ein starker Verfechter der Drei Tugenden und gläubiger Anhänger der Kirche des Heiligen Lichtes. Wenn er zweifelt oder bewusst Böses toleriert, verliert er seine gesamten Kräfte. Paladine kämpfen mit dem Kriegshammer, einer zweihändig geschwungenen Kolbenwaffe.
Priester: Im Gegensatz zu den Paladinen, sind die Priester eine größere und unterschiedlichere Gruppe. Priester arbeiten im Dienst der Heiligen Kirche des Lichts und nutzen ihre Heilkräfte zum Wohle der Gläubigen. Typischerweise beginnen sie ihre Laufbahn als Novize und bekommen später als vollwertiger Priester eine Gemeinde zugeteilt. Einige von ihnen erreichen den Rang eines Bischofs. Allerdings brechen auch einige die Ausbildung ab und arbeiten in den Gemeinden als Ärzte, Hebammen und Heiler, oftmals weiter von der Kirche unterstützt. Priester ohne Aufgabenbereich können entsandt werden, Heerestruppen der Königreiche zu unterstützen. Auch dort Heilen sie meist eher, obwohl sie durchaus mächtige Angriffe wirken können, doch ist der direkte Kampf eher Domäne der Paladine. Priester die dem Schatten folgen, sind unter den Menschen geächtet.
Arkanist (Magier, Hexenmeister): Die Magiewirker der Menschen sind größtenteils recht angesehen, doch wechselt die Einstellung von Königreich zu Königreich und Einwohner zu Einwohner. Dämonologie und Nekromantie sind jedoch mit starken Verboten belegt und lediglich unter Restriktionen als pure Theorie zu studieren. Problematisch ist auch die (ungebildeteren Menschen nicht bekannte) Korruption, die der Gebrauch von Magie mit sich zieht. Der süchtig machende Gebrauch von Magie führt zu einer schleichenden Veränderung des Nutzers und kehrt positive Eigenschaften wie Mitgefühl, Zurückhaltung, Bescheidenheit u.Ä. langsam aber sicher in das Gegenteil um. Je länger Magie angewandt wird, desto egozentrischer und rücksichtsloser geht ein Arkanist vor und desto mehr Grenzen überschreitet er. Magie entstammt dem Nether, der Heimat der Dämonen. Während Magier auf ein gefiltertes Netz (die Leylinien) zurückgreifen, nutzen Nekromanten und Hexenmeister die pure Energie direkt aus dem Nether. Dem entsprechend geht die Umwandlung schneller oder langsamer vor.
Todesritter: Einen Todesritter im RP auszuspielen ist eine besondere Herausforderung und sollte von Anfängern vermieden werden. Dennoch ein paar Informationen: Todesritter sind verhasst. Egal, was sie getan haben, ob sie die freie Entscheidung hatten, das alles interessiert die meisten Menschen nicht. Als ehemalige Diener der Geißel, Nutzer von nekromantischer Energien und dem ständigen Drang zu töten widersprechen sie allem, nach dem die Menschen streben. Todesritter verhalten sich konträr zu den Lehren des Lichts. Einzig der Befehl ihres Königs hindert die Bevölkerung daran, sich zusammen zu rotten und Jagd auf alle Todesritter zu machen, derer sie habhaft werden können. Händler können ihnen Waren verweigern oder verteuern, keiner wird ihnen in einer Notlage zu Hilfe eilen. Mehr als „nützlich“ werden sie nie sein können. In der Heimat verhasst und mit dem Lichkönig als großem Feind bleibt einem allianztreuen Todesritter nur eine Möglichkeit. In den Norden zu ziehen und gegen die Geißel zu kämpfen. Jene Geißel, deren Anführer den "verlorenen Schäfchen" allerdings durchaus wieder einen Platz in den eigenen Reihen gewähren würde, wenn sie das Angebot schnell genug annehmen.
Natürlich ist es jederzeit möglich, einen Bauern, Jäger, Holzfäller, Matrosen, oder was auch immer gewünscht ist zu spielen. Beachtet bei untypischeren/exotischeren Konzepten allerdings die Lorekonformität. Fragt am besten hier im Forum nach.
Bedeutende Organisationen der Menschen
Orden der Silberhand
Der Orden der silbernen Hand wurde zu Beginn des zweiten Krieges von Alonsus Foul, ehemaligem Abt von Nordhain und Erzbischof der Kirche des Heiligen Lichts, ins Leben gerufen, unter anderem in Reaktion auf die orcischen Todesritter der Horde. Im Gegensatz zu den schon lange üblichen Priestern sollten Paladine weniger die schützende Hand des Lichts darstellen, die heilt und in Notlagen Angriffe abwehrt, sondern viel mehr als strafende Hand des Lichts in die Welt ziehen und das Böse aktiv bekämpfen: Suchen und Zerstören. Der Orden wurde in enger Zusammenarbeit mit König Terenas II Menethil bemannt. Während Foul die kräftigsten unter seinen Priestern auswählte, rief Terenas die gläubigsten seiner Ritter und Lehnsmänner in den Orden und wählte auch gemeinsam mit Foul unter den Sturmwindern aus. Den Kern des Ordens bildeten Männer, die heute zu Legenden geworden sind, wie Uther Lightbringer, Gavinrad the Dire, Tirion Fordring, Turalyon und Saidan Dathrohan oder der später dazu stoßende Alexandros "Ashbringer" Mograine. Es waren gerade die Paladine, die den Heeren der Allianz immer wieder neuen Mut gaben und sie Angriff um Angriff auf die Horde führen ließen. Nach dem Krieg änderte sich die Aufgabe der Silbernen Hand. Sie diente weniger geschlossen im Heer der Allianz, sondern sandte ihre Paladine auf Missionen gegen das Böse, gegen jegliche Bedrohungen für das einfache Volk. Hauptsitz der Silbernen Hand war in Lordaeron (Stratholmes heutige Rote Bastion). Alle dort lebenden Paladine hatten König Terenas den Lehnseid geschworen und dienten ihm oft als Kommandanten und Anführer seiner Truppen, wann immer er irgendwo Gefahren bekämpfen wollte. Das Aufkommen der Geißel wurde zur größten Probe für die Silberhand. Unermüdlich warfen sie sich den Untoten entgegen, durch ihren Glauben vor der Seuche geschützt. Dennoch gelang es der Silberhand nicht, die Geißel ganz zu besiegen. Bei der Schlacht um Stratholme gab Kronprinz Arthas Menethil den Befehl, die Silberhand wegen Befehlsverweigerung aufzulösen. Auch wenn seine Befehlsautorität von vielen angezweifelt wird, so überlebte die Silberhand diesen Befehl nicht sehr lange. Mit der Ermordung König Terenas und dem erneuten Angriff der Geißel existierte keine wirkliche Kommandostruktur mehr und es gründeten sich neue Splittergruppen um einzelne Paladine, wie zum Beispiel der legendäre Scharlachrote Kreuzzug.
Noch heute noch bezeichnen sich Paladine selber als Ritter der Silbernen Hand. Nach der Schlacht bei der Kapelle des Lichts und der Abwehr der neuen Untoteninvasion wurde die Silberhand offiziell vom verbannten ehemaligen Gründungsmitglied Tirion Fordring wieder ins Leben gerufen und Teil des neu geschaffenen Argentumkreuzzugs. Anzumerken sei hier jedoch, dass nicht alle Paladine bereit waren, ihren Eid auf die Allianz zu brechen und Sturmwind und Theramore durchaus eigene unabhängige Paladinlogen besitzt.
Anführer: Tirion "Ashbringer" Fordring Machtzentren: Kathedrale des Lichts in Sturmwind, Abtei von Nordhain, vor dem dritten Krieg auch der Tempel des Lichts in Stratholme
Kirche des Heiligen Lichtes
Die Kirche des Heiligen Lichtes besteht zum größten Teil aus Menschen und wurde auch von diesen gegründet. Kaum Nichtmenschen lassen sich in den höheren Rängen der Kirche anfinden. Aus diesem Grund wird sie als menschliche Organisation gewertet, obwohl sie auch durchaus Hochelfen, Zwerge und Halbelfen in ihren Reihen zählt. Trotz durchaus politischer Entscheidungen, die von der Kirche getroffen werden, ist sie den jeweiligen Herrschern unterstellt.
Die Kirche macht keinen Unterschied. So sind sowohl pazifistische Gruppierungen wie die Argentumdämmerung, als auch der radikale Scharlachrote Kreuzzug weiterhin Mitglieder.
Die Mitgliederzahlen belaufen sich auf 800.000 was einen relativ guten Rückschluss auf die Zahlenstärke der Menschen in den Königreichen zulässt. Die Zahlen der nichtmenschlichen Mitglieder dürften sich durch Magier und andere Gruppierungen unter den Menschen ausgleichen, die nicht dem Lichtglauben anhängen.
Anführer: Erzbischof Benedictus Machtzentren: Kathedrale des Lichts in Sturmwind, Abtei von Nordhain, vor dem dritten Krieg auch der Tempel des Licht in Stratholme
Scharlachroter Kreuzzug
Durch die Schwächung der Geißel in Lordaeron und den Rückzug nach Northrend haben die Menschen begonnen Lordaeron zurück zu erobern, geführt vom Scharlachroten Kreuzzug. Während dieser sich bei der einfachen Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut, sehen ihn die meisten Führer kritisch auf Grund der fanatischen Einstellung und der „Erst-schießen-dann-fragen“ - Mentalität. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Kreuzzug als Militärmacht zerschlagen und hat sich auf seine Ländereien zurückgezogen, kaum noch in der Lage die weiter abgelegenen Siedlungen und Posten zu verteidigen.
Der Scharlachrote Kreuzzug entstand zu der Zeit, als Lordaeron von der Geißel überrannt, Uther Lightbringer ermordet und die silberne Hand völlig zersplittert worden war. Um die Bevölkerung so gut es ging vor der Geißel zu bewahren, setzten sich Alexandros Mograine, Issilien, der männliche Hochgeneral Abbendis und der bereits vom Schreckenslord Balnazzar ersetzte Saiden Dathrohan, ferner auch noch Taelan Fordring und Abbendis Tochter zusammen und gründeten den scharlachroten Kreuzzug, um die Streiter des Lichts in Lordaeron wieder unter eigenem Banner zu versammeln und Krieg gegen die Geißel zu führen. Zu dieser Zeit war der Orden trotz Balnazzar noch rechtschaffend, wenn auch durchaus von gewaltigem Zorn gegen die Geißel geprägt.
Leicht radikalisierte sich der Orden dann, als Issilien fast von seinem eigenen Pagen, der von der Geißel getötet und direkt wiedererweckt worden war, ermordet worden wäre. Der Kreuzzug wurde misstrauischer und gefährlicher für Unbeteiligte.
Das Aushängeschild und die lebende Legende des Kreuzzugs war Alexandros Mograine, der als Ashbringer alleine durch ganze Legionen von Untoten hindurchwalzte und seine Soldaten bis hin zum Gefühl der Unbesiegbarkeit hin inspirierte. Doch Balnazzar war auch nicht tatenlos geblieben und hatte begonnen, seinen korrumpierenden Einfluss auszubreiten. Besonders betroffen davon war Alexandros Sohn Renault Mograine, in dessen Herzen Balnazzar Neid und Wut auf seinen eigenen Vater schürte. Es kam wie es kommen musste, und Renault verriet seinen eigenen Vater an die Geißel: Renault erzählte seinem Vater von einem Notfall, bei dem angeblich etliche Menschen von der Geißel angegriffen würden, so dass sich dieser augenblicklich mit seinem Sohn und dem Priester Fairbanks aufmachte, um sie zu retten. Es erwarteten sie jedoch keine Menschen in Not, sondern ein Hinterhalt der Geißel, bei dem etliche Tausende von Untoten sie einkesselten und angriffen.
Doch selbst das konnte Alexandros Mograine nicht aufhalten und er verbrannte sie allesamt zu Asche, während Renault spurlos verschwunden und Fairbanks irgendwo unter einem Berg von Leichen begraben war. Als er sich dann kurz ausruhte und sein Schwert zu Boden legte, ergriff Renault aus seinem Versteck kommend den Ashbringer und ermordete damit seinen Vater von hinten, wodurch das Schwert völlig verdarb. Fairbanks, der das alles halbtot beobachtet hatte, starb schließlich, erwachte von der Seuche betroffen wieder als Untoter, konnte sich jedoch dank seiner Willenstärke dem Griff des Lichkönigs entwinden und rannte zurück zum Kreuzzug. Doch niemand dort glaubte ihm dort, im Gegenteil, er wurde gefoltert und letztendlich im scharlachroten Kloster eingesperrt.
Praktisch von da an ging die moralische Substanz des Kreuzzugs zu Grunde, denn ohne den Ashbringer konnte der als Paladin Dathrohan getarnte Schreckenslord Balnazzar seinen Einfluss vollends geltend machen und korrumpierte den Kreuzzug immer weiter, bis er zu dem verblendeten fanatischen Orden geworden war, der er heute ist. Ziel von Balnazzar war es eigentlich, in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Varimathras den Orden bis ins Unkenntliche zu radikalisieren und durch den Orden sowohl die Geißel als auch die Verlassenen als Verräter an der Legion auszulöschen, die Horde zu vernichten und den Orden dann gegen die Allianz aufzuhetzen. Mit der Allianz in einem Bürgerkrieg zwischen Gläubigen und „Ungläubigen“, Horde und Geißel vernichtet, hätten lediglich wenige Nachtelfen überhaupt noch einer erneuten Invasion entgegen gestanden.
Der Plan wurde allerdings vereitelt, als Arthas mit seinem brutalen Blitzangriff den Großteil der gesammelten Armee des Kreuzzugs in Neu-Avalon zerschmetterte. Ironischer Weise rettete er gerade damit die gegen ihn rebellierenden Verlassenen vor ihrer Auslöschung.
Der immer stärker durchdrehende und fanatisierte Kreuzzug wurde in Northrend ausgelöscht und die toleranteren Mitglieder in Lordaeron wurden absorbiert.
Allgemein: Der Kreuzzug war in seiner radikaleren Form natürlich immer deutlich der Allianz zugewandt, welche aber nicht so recht mit ihm umzugehen wusste. Der Kreuzzug war erfolgreiches Bollwerk gegen die Geißel und schützte die südlichen Gebiete vor dem gleichen Schicksal, seine Erfolge bei der Rückeroberung waren beeindruckend. Allerdings wurde das Vorgehen, bei dem oftmals auch Allianzangehörige umkamen und die Unfähigkeit Kompromisse einzugehen der Allianzführung ein Dorn im Auge. Für die Menschen, die noch im ehemaligen Lordaeron lebten, und auch für viele einfachere Leute, waren die Kreuzzügler alles andere als bösartige Fanatiker, sondern regelrecht Helden, die sie vor der Geißel beschützten und ihnen ein sicheres Leben gewährleisteten.
Anführer: Alexandros "Ashbringer" Morgraine (ermordet), Brigitte Abbendis, Admiral "Malganis" Westwind, Dathrohan "Balnazzar" (getötet). Ehemalige Machtzentren: Scharlachrotes Kloster und Ländereien in Tirisfal, Hearthglen in den Westlichen Pestländern, Tyr's Hand in den Östlichen Pestländern, Scharlachrote Bastion in Stratholme. Neu-Avalon als dritte große Stadt wurde zusammen mit der gesamten Offensivkraft in der letzten Geißeloffensive vernichtet.
Kirin Tor
Bei den Kirin Tor handelt es sich um eine Magiersekte, die zum derzeitigen Zeitpunkt die Herrscher von Dalaran stellt und aus hundertzwanzig Mitgliedern besteht. Lange Zeit war es die Hauptaufgabe der Kirin Tor, alle Magie aufzuzeichnen, zu dokumentieren und zu ordnen, sowie magische Artefakte zu sammeln und vor Missbrauch zu schützen. Die Kirin Tor erstellen die Gesetze für den Gebrauch von Magie und verfolgen Verstöße gegen diese Gesetze. Sie verfolgen weiterhin das Ziel, soviel wie möglich über die Magie zu lernen und dabei besonders Grenzen und Gefahren bei dessen Gebrauch zu erkennen. Dies dient gleichzeitig der Kontrolle von schwarzen Schafen und dem Machterhalt durch erreichen bestmöglicher Einfühlung in die Materie.
Die Kirin Tor sehen sich inzwischen als Beschützer der Welt gegen alle Gefahren, die mit Magie in Verbindung zu bringen sind und haben Nekromanten, Dämonen jeglicher Art und die alten Götter zu ihren erklärten Feinden erhoben.
Anführer: Erzmagier Rhonin Redhair, Machtzentren: Dalaran, sowie viele kleinere Außenposten
Geasina ließ ihr Schwert im weiten Kreis herumwirbeln. Die kleinen, ihr etwa bis zum Knie reichenden, grellbunten Wesen sprangen zurück, sich gegenseitig auf die Füße. Manche wurden aufgeschlitzt, aber andere drängten nach, stachen nach ihr, nach ihren Waden, Kniekehlen, der Hinterseite ihrer Oberschenkel und manche reichten sogar mit längeren Waffen zum Po herauf.
Die Höhle war gefüllt vom Kreischen der Grells, ein selbst für menschliche Ohren beinahe betäubendes Kreischen. Manche - die, die Geasina getroffen hatte - schrien ihren Schmerz heraus, andere ihre Wut, die meisten schrien einfach nur aufgeregt.
Sie keuchte, immer wieder schwang sie ihr Schwert, drehte sich den Grells zu, die sie von hinten angriffen, drehte ihre ungeschützte Rückseite damit aber anderen Grells zu, was es nicht besser machte. Immer wieder spürte sie kleine Speere, schartige Klingen oder auf einfach nur Steine, die sie stachen, nach ihr schlugen oder geworfen wurden.
Mit einem gewaltigen Ausfallschritt wagte sie einen Angriff nach vorn, gen Felswand, um endlich den Rücken frei zu bekommen, da sprangen mit einem Schrei drei große Grells von einer Plattform weiter oben direkt vor ihr in die Lücke, die die auseinandergestobenen, niederen Schergen freigemacht hatte.
"Das sind... zu viele!" keuchte sie, hektisch sah sie sich um. Wo waren ihre Gefährten geblieben? Riven, Tamora, Khyra? Nirgends waren sie zu sehen. "Zu Hilfe!" schrie sie laut, aber die einzige nennenswerte Reaktion war ein noch wütenderes Angreifen der Grells.
Allmählich gesellten sich ihre eigenen Schreie zu denen der Grells, weniger grell in der Stimmfärbung, doch kündeten sie von Wut und Schmerz, wie bei ihren Feinden. Sie stöhnte auf, als der Speer des Grellkönigs sich in ihren Oberschenkel bohrte. Stahlringe sprangen leise klingelnd zu Boden, warum auch immer sie dieses Geräusch in dem infernalischen Lärm hören konnte.
Etwas riss an ihrem Schwert - ein hektischer Blick - ein vorwitziger Grell hatte einen langen Haken hinter dem Kreuz verhakt und riss nun an dem Schwert, während die drei großen Grells von vorne und die vielen kleineren Grells von hinten nach ihr schlugen und stachen. Plötzlich knickte ihr linkes Bein ein, im Fallen sah sie eine Art kleinen Rammbock, mit dem die winzigen Wesen ihre linke Kniekehle getroffen hatten.
Das Schwert wurde ihr entrissen und sie stürzte schmerzhaft auf den Rücken. Kurz wurde ihr schwarz vor Augen, doch lange währte diese Gnade nicht, bald schon holten die Schmerzen sie in die Wirklichkeit zurück. Die Grells zerrten und rissen an ihr herum, bis sie auch die letzten Fetzen ihrer mitgenommenen Kettenrüstung in Händen hielten.
Ihr Untergewand war in fast ähnlich schlechtem Zustand, zu viele Treffer hatte es einstecken müssen. Von allen Seiten zerrte und riss man an ihr, Klingen schnitten an gespanntem Stoff herum, sie wurde von der Wucht des Reißens der drei größeren Grells auf den Bauch gedreht und krümmte sich zusammen, die Arme vor dem Gesicht.
Irgendwann ließ das Pieksen nach, die Gegnerin war ja auch hinreichend besiegt. Geasina blutete aus vielen kleinen Wunden, nur noch der ein oder andere Fetzen Stoff wärmte sie. Der Höhlenboden war kalt, die Luft dazu. Die junge Frau zitterte, fast zu einer Kugel zusammen gedreht, wie sie war, vor sich hin.
Wieder schwanden ihr die Sinne. Als sie zu sich kam, wurde sie von vielen kleinen Händen getragen. Sie stöhnte und sackte wieder weg. Beim nächsten Aufwachen schien es ihr etwas wärmer zu sein, und heller. Sie blinzelte, ihre Augen gehorchten ihr nicht richtig, erst nach und nach wurde ihr bewusst, was um sie herum vor sich ging. Sie lag aus gestreckt auf dem Rücken, Arme und Beine zu den Seiten weggestreckt. Als sie sich wieder einrollen wollte, merkte sie, dass das nicht ging. Sie hob etwas den Kopf, um schmerzlich an den Haaren gezogen zu werden. Vorsichtig äugte sie herum, so gut das ging.
Die kleinen Biester hatten sie gefesselt, aber nicht nur an Handgelenken und Füßen, sondern an allem, was irgendwie erreichbar war, inklusive einiger Haarsträhnen, was das Reißen an diesen zur Folge gehabt hatte. Über Arme und Beine liefen eine Unzahl kleiner Riemchen und Seilchen, jedes für sich hätte sie zerreißen können, doch alle zusammen machten ihr fast jede Bewegung unmöglich.
Sie schielte nach rechts und links. Offenbar lag sie auf einer Art flachem Stein, auf dem jede Menge Kerzen standen, Licht und auch etwas Wärme abgaben. Irgendwann fiel ihr auf, dass die vielen kreischenden Stimmchen verschwunden waren. Trotzdem klang es nicht so, als sei sie alleine in dieser Höhle. Hier schabte ein kleines Füßchen, da scharrte der Schaft eines Speeres über den Boden, dort räusperte man sich. So weit sie sehen und erspüren konnte, hatte sie keinen Fetzen Stoff mehr am Leib, der dafür umso mehr schmerzte. Einige kleinere Schrammen hatten aufgehört zu bluten und schmerzten dafür um so mehr, aber viele tiefere Wunden bluteten noch vor sich hin. Sie spürte ihren Lebenssaft auf den Stein unter ihr rinnen. Offenbar hatten sie wie durch ein Wunder kein größeres Blutgefäß verletzt, sonst wäre sie wohl kaum wieder zu sich gekommen.
Da sprang mit einem Mal ein Grell neben Geasina auf den Stein, auf dem sie lag. Er trug einen seltsamen Kopfschmuck und ein weites Gewand. Sie brauchte eine Weile, um dahinter zu kommen, dass es wohl der Grell-König war, dessen Speer sie am Oberschenkel getroffen hatte. Nun schwang er statt des Speeres ein dunkel glänzendes Messer, das durch und durch aus einem Stück schwarzen Steins gefertigt schien.
Der Grell tanzte um die Gefangene herum und immer wenn er sein Messerchen in die Höhe hielt, füllten unzählige Grellstimmchen die Felsenhalle mit Jubelschreien. Geasina folgte dem Grell besorgt mit den Augen, immer wieder versuchte sie, den einen oder anderen Arm loszureißen, oder auch ein Bein frei zu bekommen, doch die gesammelten Bemühungen der Grells, sie zu fesseln, waren von zermürbendem Erfolg gekrönt.
Immer näher kam der Tänzer nun und - ja er sang! Ein scheußlich kreischiger Singsang entrang sich dem Grellkehlchen, er kam immer näher, das Messer schabte über ihre Haut, schnitt dann hier und da, nicht tief, wohl mehr rituell, in Geasinas Haut. Sie stöhnte, kleine Bluttropfen begannen hier und dort an ihr herabzurinnen. Plötzlich sprang der große Grell mit einem lauten Schrei auf Geasinas Bauch zu. Sie riss die Arme zur Hilfe, doch die Fesseln hielten. Der Grell landete aber nicht auf den angespannten Bauchmuskeln, sondern breitbeinig links und rechts neben diesem. Er sah der Gefangenen in die Augen, dann glitt sein Blick tiefer.
Die Augen des Grells wirkten wahnsinnig, aber auch irgendwie analytisch, wie er nun Geasinas Oberkörper anstarrte. Die freie Hand näherte sich diesem nun, befühlte aber nicht, wie sie befürchtet hatte, ihre Brüste, sondern tastete dazwischen nach ihren Rippen. Ein hässliches Lächeln breitete sich auf dem Grellgesicht aus, ein stimmgewaltiger, das Trommelfell schmerzender Schrei löste sich von seinen Lippen, der von den Grells ringsum erwidert wurde, dann sauste das Messer auf Geasina hinab.
Als sich das Messer in ihre Brust bohrte, zwischen den befühlten Rippen hindurch bis in ihr Herz, schreckte sie mit einem Schrei auf. Sie saß völlig außer sich orientierungslos und kerzengrade in ihrem Bett im Obergeschoss des Gasthauses von Dolanaar. Schweißüberströmt, Haarsträhnen klebten an ihr ebenso wie das Hemd, dass sie trug, ihr Herz raste, ihre Kehle war staubtrocken.
Das Pochen in ihrem Oberschenkel war es, das sie langsam zurück an den Ort brachte, an dem sie war. Sie schob die Decke zurück. Der Verband um die Wunde hatte sich dunkel verfärbt. Offenbar hatte die Verletzung wieder angefangen zu bluten und ihr diesen furchtbaren Traum beschert. "Es ist nichts, alles in Ordnung - nur ein Traum!" beruhigte sie eine besorgte Elfe, die auf der Treppe stand und zu Geasina herüber schaute.
Schlafen mochte sie erstmal nicht mehr, wer weiß, welche Traumbilder ihr die Ereignisse am Tag zuvor noch bescheren würden. So schlüpfte sie in die Hose, die Khyra ihr geliehen hatte, trank viele durstige Schlucke aus dem bereitstehenden Wasserkrug und tappte dann mit bloßen Füßen hinunter in das Gasthaus. Was herrschte hier für ein Leben? Sie wusste ja, dass die Elfen nachtaktiv waren, aber damit hatte sie nun nicht so recht gerechnet. Mindestens doppelt so viele wie tagsüber waren zu sehen, handelten, werkelten und redeten miteinander.
Dankbar für die Ablenkung setzte sie sich an den Fuß der Treppe, die sie heruntergekommen war und folgte dem bunten Treiben mit den Augen. Elfenstimmen waren sehr viel angenehmer als dieses hohe Gekreische der Grells.
Da Len fort ist, und es sinnvoll wäre, die Charakterbögen hier im Forum einsehen zu können, versuche ich mich mal an einer Vorlage.
Da ich die Möglichkeiten des Forums nicht kenne, wird es wohl erstmal bei dieser grafisch wenig ansprechenden Lösung bleiben, weningstens stehen Dinge so untereinander:
Diese Vorlage könnt ihr einfach mit Zitieren übernehmen. Dann könnt sowohl ihr selbst, als auch die Moderatoren, eure Charakterbögen anpassen. Wenn ihr den wackligen Text herauskopiert und in einem Editor wie Notepad++ (frei erhältlich) bearbeitet, sieht es auch alles schön geordnet aus.
Geasina saß abends vor dem Sanktum vor ihrem - wenn man davor stand dem linken - Türpfosten und genoß das nun wieder trockene Wetter. Abraham gesellte sich bald davor und setzte sich vor den anderen Türpfosten, was ihnen später die Bemerkung von Riven einbrachte, sie säßen da "wie die Wasserspeier...".
Nach einigen interessanten Gesprächen - vor allem über Cecillia - tauchten nach und nach mehr Mitglieder der Reisegesellschaft auf: Zuerst kam Fendraal aus dem Saktum "gehuft", dann kam Riven aus Richtung Brücke, sie schaute erst zu Geasina, dann zu Abraham und schnaubte belustigt, bevor die Wasserspeierbemerkung kam. Auch Tamora tauchte auf, als sich unter den Anwesenden eine Diskussion um Titel und ihren Sinn entsponnen hatte. Auch Fabian mit seinem Hund Alec gesellte sich zu der Runde. Als sie nun etwas zahlreicher waren, kam Geasina auf ein Anliegen zu sprechen:
"Ich würde gerne heute Abend nach etwas suchen und könnte ein bisschen Hilfe gebrauchen. Wie die einen oder anderen bestimmt schon zu oft gehört haben, stamme ich aus... " Fabian fragte "Nach Eurem Elternhaus?". Geasina nickte und ergänzte "oh. Ja genau." Nach einer Entschuldigung für sein Vorgreifen in Geasinas Geschichte fuhr diese fort: "Ich bin heute durch die Straßen gelaufen und hab versucht, mich trotz der Ruinen zu orientieren. Und ich glaube es gefunden zu haben. Aber ich hab die Tür alleine nicht aufbekommen."
Fendraal bot als erster seine Hilfe - und die Hilfe Tzasyas - an, die Geasina natürlich gern annahm. Auch Abraham kam mit, ebenso Fabian und Alec. Sogar Riven meinte "Bevor ich nur rumstehe..." und schloss sich dem Grüppchen an.
Auf dem Weg durch die Straßen begegneten sie einem Herren. Dieser wünschte knapp einen guten Abend und musterte die Gruppe mit einem abfälligen Blick. Geasina nickte ihm freundlich zu und ging weiter, Riven jedoch warf ihm ein "Wenn schon Verachtung zeigen, dann bitte richtig..." brummend an den Kopf und murmelte noch "Immer diese halben Sachen."
Sie waren schon ein Stückchen weitergegangen, da fragte Fabian "Meint ihr, der Kerl kommt mit Riven klar?" So gingen sie zurück, zu Riven, die bei dem Fremden stehen geblieben war. "Ich hab' nur 'Hallo' gesagt..." erklärte diese. Loreen, die inzwischen von der Brückenseite dazugekommen war, meinte "Sie hat manchmal eine... eigene Art an sich. Falls es... also... hm." Der unfreundliche Herr sagte "'ne verfluchte Ratte hat auch seine eigene Art, ändert nichts daran - es bleibt eine Ratte." Er zog nochmal die Nase hoch und spuckte vor Riven aus, um ihnen dann einen "Angenehmen Abend noch." zu wünschen. "Widerlicher Kerl." stellte Fabian sehr treffend fest, als jener verschwunden war. Aber Riven war besorgt, als ihnen aufging, dass dieses Ekelpaket eben jener Sir Weston gewesen war, auf Nennung dessen Namens hin die Gruppe überhaupt Einlass in Burg Stromgard erhalten hatte.
"Ich hoff' ich hab' ihr keine Schwierigkeiten bereitet..." meinte Riven, denn Loreeen ging dem Mann nach. Auch Riven folgte ihr dann und der Rest der kleinen Gesellschaft ging weiter nach Geasinas Elternhaus suchen.
Sie gingen die Straßen entlang, an denen teilweise noch bewohnte Häuser, stellenweise aber auch nur Ruinen oder freie Flächen lagen, auf denen sich nur noch die Grundrisse ehemaliger Häuser abzeichneten. Schließlich hielt Geasina an. Das Haus, vor dem das Grüppchen stand, sah wie alle Ruinen und fast alle noch stehenden Gebäude hier ziemlich heruntergekommen aus. Die Fenster waren mit Brettern vernagelt, die Farbe abgeblättert und es starrte vor Staub und Schmutz von vielen Jahren. Die Eingangstür stand einen Spalt offen, wenigstens war sie nicht ebenfalls vernagelt. Innen war es dunkel. Zumindest machte es von außen den Eindruck. "Ich bin mir ... hmm. einigermaßen sicher, dass es dieses sein könnte." meinte Geasina. "Und ihr brauchtet Hilfe bei der Türe?" fragte Fendraal? Geasina nickte.
Die Tür hatte ihr Angeln auf der linken Seite und öffnete sich nach innen. Ein Spalt stand offen auf der rechten Seite. Geasina drückte nochmal dagegen. Die Tür knarrte, aber sie rührte sich nicht von der Stelle. Geasina schaute sich zu den Herren um. "Zusammen bekommen wir sie bestimmt auf."
"Wenn es gar nicht geht, benutzen wir meine Klinge." meinte Fendraal. "Entweder das oder wir könnten versuchen die Tür aus den Angeln zu heben. So alt wie die Tür ist, dürfte das möglich sein." meinte Abraham. "Geht das normalerweise nicht nur, wenn sie ganz offen ist? - Hmmm kann sein." gab Geasina dann zu, als Abraham auf das Alter der Tür anspielte.
"Also, lieber draufdrücken oder herausheben?" fragte der Paladin. "Wir drücken erst einmal gemeinsam." entschied der Versorger und Geasina stimmte zu. Sie nahmen alle vier Aufstellung vor der Türe, Abraham zählte auf drei, und dann drückten sie alle gemeinsam gegen die widerspenstige Tür.
Die Tür ging, als nun alle gemeinsam schoben, mit einem Ruck auf. Ein kleiner Knall war zu hören und eine Staubwolke quoll den Vieren entgegen. Geasina stolperte zwei Schritte vorwärts in die Dunkelheit und schaffte es gerade noch, nicht längs hinzuschlagen. Der Staub zwang sie, zu husten. Fabian traf es etwas besser, er rempelte mit der Schulter gegen den Türrahmen, als der Widerstand so unerwartet gut nachgab. Fendraal wedelte mit dem Arm und hufte etwas zurück.
Abraham hielt sich den rechten Arm vor den Mund, knif die Augen zusammen und hustete. Er ging nur einen Schritt nach vorn, Geasina machte hingegen noch ein, zwei weitere Schritte hinein. "Vielen Dank! Mögt ihr Euch mit umschauen?" fragte Geasina nach draußen.
"Habt ihr eine Lichtquelle mitgenommen?" fragte Fendraal. "Eine Lichtquelle?" Geasina blinzelte etwas perplex und wurde dann rot, schwer zu sehen vermutlich im düsteren Eingang. Auf die Idee hätte sie nun wirklich selbst kommen können. Fabian brummte leise und ging ein wenig zurück. Dabei rieb er sich über die Schulter. "Ich hätte eine Fackel mitnehmen sollen." murmelte Geasina. "Ich denke es wird drinnen noch dunkler sein, das Restlicht des Tages wird es schwer haben hinein zu gelangen." warf Fendraal ein, während Abraham schon einen Schritt weiter war: "Das ist zwar eine Zweckentfremdung aber...." er zuckte mit den Schultern. "Egal." Er hob die Rechte an und schloss sie zu einer Faust. Als er die Faust wieder öffnete, war eine Lichtkugel in seiner Hand, die ein anfangs mattes und später stärkeres Licht ausstrahlte.
Geasina schaute staunend zu Abraham - "Na sowas!". "Praktisch." kommentierte Fabian leise. "Ihr wisst doch von meinen Fähigkeiten, oder nicht?" fragte der ehemalige Paladin. "Ihr folgt dem Pfad des Lichtes." stellte der Draenei lächelnd fest. Abraham sah lächelnd über die Schulter gen Fendraal und erklärte: "Ehemals. Ich bin ein ehemaliger Paladin."
Als sich die Augen der Abenteurer an die Dunkelheit im Inneren des Hauses gewöhnt hatten, konnten sie die Lichtstreifen sehen, dort, wo das Licht von außen zwischen zwei Brettern vor einem der Fenster hindurchfiel. Nun, wo die Gruppe eingetreten war, spielte der aufgewirbelte Staub in dem einfallenden Licht. In den Ecken lagen undefinierbare Ansammlungen von schattenhaften Dingen. Zumindest der Boden vor der Gruppe war einigermaßen frei. Weiter hinten war ein Kamin auszumachen. Natürlich schon lange erloschen und vermutlich ziemlich verrußt, genau ließ sich das im Dämmer nicht ausmachen. Gegenüber des Kamins standen in den Ecken größere Dinge herum, deren Schemen dem einen oder andren ins Auge fallen könnte. Um was es sich dabei handeln mochte, ließ sich von dort, wo sie standen, nicht ausmachen. Zur linken Seite öffnete sich ein freier Raum, bis auf einen tragenden Pfeiler des Hauses. Dort war die Schwärze irgendwie dichter, was daran liegen könnte, dass das dortige Fenster besser vernagelt war. Oder lauerte dort vielleicht das personifizierte Böse? Nur in einem kleinen Kreis um die Gruppe herum fiel der Lichtschein der Paladinhand auf Boden und Wände.
"Wer einmal auf dem Pfad des Lichtes gegangen ist, der wird ewig erleuchtet sein. Ihr seht, das Licht hat euch nicht verlassen." stellte Fendraal fest. "So ist es wohl, ja. Aber mein Licht war früher stärker." erwiderte Abraham. Geasina war schon gedanklich bei einem anderen Thema und murmelte leise dabei hustend "Also vom... Schnitt her könnte es könnte es mein Elternhaus sein. Aber hier sind vermutlich viele Häuser ähnlich aufgebaut." Fabian schaute sich um, so weit es das Dämmerlicht im inneren zuließ. Er winkte Alec zu sich. Der Hund witterte und nieste erst einmal drei Male hintereinander.
Geasina warf einen Blick in das, was mal eine Küche gewesen sein könnte. Nichts war mehr heile, oder irgendwie freundlich. Abraham nickte kurz und sah dann gen Geasina. "Geht das Licht so?" Sie nickte, meinte dann aber "Wir sollten oben nachschauen. Ich hatte oben ein Zimmerchen, neben dem meiner Eltern. Vielleicht findet sich da irgendwas." "Dann gehe ich wohl besser voraus. Nicht, dass ihr irgendwo hinfliegt, weil etwas rumliegt oder die Treppe modrig ist." meinte Abraham entschlossen und stapfte auf die Treppe zu.
"Treppe.. hm ich denke ich werde draußen auf euch warten." erklärte Fendraal. "Wenn ihr noch etwas benötigt, sagt Bescheid." Geasina meinte zu ihm "Gut. Danke für Eure Hilfe!" während Abraham ganz vorsichtig und langsam die Treppe hochging, die Stufen immer leicht mit den Füßen abtastend. "Sicher." sprach er dann noch freundlich gen Fendraal. Auf der Treppe setzte sich der Eindruck des verlassenen und vor sich hinrottenden fort. Der ein oder andere Stab, der ursprünglich einmal das Geländer hielt, fehlte, hing auf halb acht oder war zersplittert. Selbst im Dämmerlicht war zu erkennen, dass auf den Stufen zentimeterdicke Staubschichten lagen. Diese Treppe hatte seit Jahren niemand mehr benutzt. Geasina hustete leicht, dieser Staub war entsetzlich.
"Alles sicher." sagte Abraham. Offenbar waren die Stufen solider als das Geländer. "Geht trotzdem vorsichtig." riet er den anderen. Geasina und Fabian folgten ihm. Und Alec natürlich. Oben angekommen, war zunächst nichts ungewöhnliches zu sehen. Auch hier fielen einige Lichtstreifen zwischen Brettern vor den Fenstern herein. Gegenüber des Fensters befand sich eine weitere Wand mit einem Türrahmen. Neben der Tür standen links und rechts mannshohe Schemen. Statuen? Ausgestopfte Bären? Garderobehaken voller alter Mäntel?
Abraham ging etwas näher ran, hielt die Rechte etwas höher und ließ das Licht kurz etwas intensiver leuchten. Als das Licht auf die vermeintlichen Garderoben fiel, kam Bewegung in diese, und zwei Männer kamen auf Abraham zu, zogen dabei jeder eine Waffe, der linke ein Kurzschwert, der andere eine Keule. Im Lichtschein von Abrahams Faust sahen sie wie Menschen aus Fleisch und Blut aus, wie auch immer sie hier hoch gekommen sein mochten.
Fabian stieß einen unterdrückten Fluch aus. Reflexartig schobt er den Bogen über die Schulter, reißt einen Pfeil aus dem Köcher und machte sich bereit zu ziehen. Alec knurrte drohend auf und schob sich dichter. Geasina zog das Schwert und knurrte, dann rief sie verhängnisvoller Weise: "Fendraal, Feinde!"
Geasina trat schnell nach vorne, in der Hoffnung, das nicht beide gleichzeitig auf Abraham einschlagen würden, wenn eine weitere Person daneben steht. Abraham ließ die Lichtkugel schnell in die Linke wandern und zog mit der Rechten sein Schwert. Geasina trug zum Glück ihre Kettenrüstung, Abraham dagegen hatte nur sein Schwert umgegürtet gehabt, aber keine Rüstung angelegt.
Fendraal erschrak und setzte sich in Bewegung. Er versagte allerdings bei der ersten Stufe und setzte sich erstmal hin, sein narbiges Bein war das Erste, was er mit dem einen Arm umklammert. Spitz zog er die Luft ein. Ins Licht blinzelnd, nach der langen Zeit im Dunkeln, taten sich die beiden Angreifer ein wenig schwer, holten aber mit den Waffen eindeutig zum Angriff aus. Der rechte Angreifer schwenkte auf Geasina um, wie sie gehofft hatte, und versuchte sie mit der Keule auf den Kopf zu treffen, Abrahams Gegner versuchte ihn mit einem Stich in die Körpermitte zu treffen.
So entbrannte der Kampf. Gleich der erste Hieb mit der Keule traf - zum Glück nicht Geasinas Kopf, sie war zur Seite ausgewichen - aber ihre linke Schulter. Der Schulterschutz ihrer Rüstung riss auf und hing fortan wenig hilfreich herunter, allerdings hatte er diesem Schlag die Wucht genommen, mehr als einen blauen Fleck würde es dort wohl nicht geben. Ein Schlüsselbeinbruch oder schlimmeres blieb ihr erspart.
Fabian presste die Lippen kurz zusammen. Als Fernkämpfer war es beinahe Glücksspiel, noch mit dem Bogen zu treffen. Er ließ die Sehne wieder zurück gleiten und schob den Bogen zurück über die Schulter. Stattdessen zückte er den kleinen Dolch aus dem Stiefel. Alec beobachtete seinen Herren aufmerksam und näherte sich Abrahams Gegner.
Abraham wurde ebenfalls vom Stich in die Körpermitte getroffen. Er knurrte auf und die Lichtkugel flackerte, doch er hielt sie aufrecht und hielt sie sich an die betroffene Stelle, wohl um die Blutung zu unterdrücken. Der Kampf entbrannte. Geasinas Gegner floh bald, von Fabian und Alec bedrängt, in den Raum hinter der Türe, die die beiden bewacht hatten, und brach dort leblos zusammen. An seiner statt kam nun aber eilig ein breitschultriger, im schimmernden Licht von Abrahams Faust massig erscheinender Kerl aus der Türe geeilt, der sich solgeich auf Geasina zuhielt. Geasina entschlüpfte leise ein wenig damenhafter Fluch, als der Kerl auf sie zukam.
Der massige Kerl drang schwer auf Geasina ein und drängte die nicht sehr hochgewachsene Kämpferin schon rein körperlich zurück. Während Geasina zurückwich, schnellte sein Schwer vor und klirrend trifft Schwert auf Kettenrüstung. Leise plingt es, als aufgerissene Kettenglieder auf den staubigen Boden prasseln. Geasina keuchte auf. Ihr linker Oberarm war getroffen. Ein kurzer Griff dorthin machte ihr klar, dass die warme Flüssigkeit, die sie dort spürte, ihr Blut sein musste.
Der Kampf wogte hin und her. Fabian traf den Gegner Abrahams, der Dolch bohrte sich in dessen Hals, woraufhin dieser noch in der Angriffsbewegung gen Abraham in seine Richtung zu Boden fiel. Alec sprang nun den letzten noch stehenden Gegner an, den breitschultrigen, der es nun mit drei Gegnern und einem Hund zu tun hatte. Entschlossen macht er einen kleinen Satz auf Geasina zu und versucht sie mit seinem Schwert aufzuspießen. Kein eigentlich guter Angriff für ein Schwert. ((Allerdings ist einem Würfel Logik egal, wie Abraham recht weise einwarf.))
Geasina sprang beiseite, doch zu langsam. Der Stich verfing sich im Kettenharnisch, riss ihn auf und durchstach die Trägerin darunter dicht an der linken Taille. Geasina stöhnte auf und taumelte ein wenig weiter zur Seite. Alec verbiss sich in diesem Moment in dem Bein des Angreifers und auch Fabian stach wieder zu, hinter dem breiten Rücken verborgen. Bald schon rangen sie gemeinsam auch den letzten Widersacher nieder.
Den letzten Streich führte die Verletzte: Sie schwang ihr Schwert gleich gen Hals des Mannes, das musste ein Ende haben! Sie traf offenbar, der Mann knickte ein und schlug dann lautstark und eine große Staubwolke aufwirbelnd zu Boden. Plötzlich herrschte eine beinahe unwirkliche Stille.
Geasina starte auf den Boden, ihr Schwert nur noch in der Linken haltend, die Rechte auf ihre linke Seite gepresst. Fendraal, der sich doch irgendwie die Treppe hochquält hatte, ließ das Schwert leuchten, weiß-bläulicher Schein erhellte den Raum. "Seid ihr verletzt, braucht ihr Hilfe?" fragte er. Geasina ließ ihr Schwert sinken und nickte.
Abraham atmete einmal durch, brummte tief und steckte das Schwert weg. Die Lichtkugel ist immer noch in der Linken. "Es ist nicht viel, aber ich kann zumindest damit versuchen die Blutung vorerst zu stoppen. Einen Verband braucht ihr trotzdem." meinte er zu Geasina. Deren linke Schulterpolsterung hing in Fetzen, die Kettenglieder an ihrem linken Oberarm waren zerrissen und es glitzerte blutig dort, aber das schlimmste mochte wohl unter ihrer Hand verborgen sein, die sich auf ihre linke Taille presste. "Das... wäre toll... es... tut mir Leid.. ich wusste nicht, dass hier Gefahren lauern..."
"Schon gut." meinte Abraham und nickte kurz "Wo sind eure Verletzungen?" fragte er Geasina. "Wir sollten euch schnell zu jemanden bringen und euch aus der Rüstung schälen!" meinte hingegen Fendraal. Das Licht verschwand und er steckte das Schwert ein. "Lasst uns schnell nach draußen gehen." - "Linker Bauch, linker Oberarm." meinte Geasina zu Abraham, dann aber zu Fendraal: "Ja, ist vermutlich am besten."
"Hier. Meine Hand." meinte dieser und reichte ihr die große Hand. Geasina schaute zu der Tür zu dem, was vielleicht ihr Kinderzimmer gewesen sein könnte. "Wir können ja morgen schauen, was dahinter ist..." "Zuerst Leben bewahren, dann das Wissen stillen." beschied der Versorger. Geasina nickte matt und schaute zwischen den beiden hin und her. "Erst runter? Oder erst stillen?" damit meinte sie allerdings das Bluten.
Abraham hielt die Lichtkugel erstmal an den Bauch und ließ die Lichtmagie einfließen und wirken. So verharrte er eine ganze Weile mit der Linken, es war ja nicht seine Spezialität. Fendraal ließ seine Hand sinken. Geasina wendete sich Abraham zu und lächelte gequält. "Ich gebe schon mal Bescheid." meinte der Draenei. "Gut. Aber vorsichtig mit der Treppe!" gab ihm Geasina mit auf den Weg. "Ich werde es mir merken." meinte dieser.
Fendraal ging vorsichtig, bei jedem zweiten Auftreten hörten die beiden ein zischendes Einatmen. "Tut mir Leid, dass es so lange dauert. Ich bin nicht auf die Heilung ausgelegt." meinte Abraham, lächelte entschuldigend und widmete sich nach einer längeren Zeit dann ihrem Oberarm. "Das macht doch nichts. Es ist wunderbar... dass sowas überhaupt möglich ist!" "Wäre nur besser gewesen wenn ich vorher meine Ausrüstung mitgenommen hätte." meinte der ehemalige Paladin noch.
"Ja... wer konnte das denn ahnen... ich frag mich auch, wie kommen die hierher... ich meine, auf der Treppe sind sie nicht hoch gegangen. "Vielleicht finden wir Hinweise im Inneren?" meinte Abraham. Geasina nickte, nun wo die Wunden nicht mehr bluteten, wurde sie wieder ein wenig unternehmungslustiger. "Wir könnten ja einen Blick werfen..."
"Ich bin soweit fertig. Was mich wundert ist, wie lange die hier stehen.... So wie es da drinnen aussah, wurde die Treppe seit Jahren nicht benutzt." meinte Abraham und Geasina nickte. Sie steckte endlich ihr Schwert weg, ein wenig zittrig war sie schon. "Ja!" "Da müssten sie schon durch ein Fenster eingestiegen sein....oder ein Portal benutzt." meinte Abraham, aber Geasina kam nicht mehr zu einer Antwort, denn nun tauchten Janett und Riven auf. "Ey! Wo is´hier´n verletzter!" fragte die Janett. "Ist doch Quark...ein Kampf? Wogegen denn? Dicke Ratten? Mhmpf..." bemerkte Riven.
Geasina stieg über die beiden Körper, die eindeutig nicht zu dicken Ratten gehörten, hinweg und schaute vorsichtig durch die Türe ins innere ihres Eventuell-Kinderzimmers. "N´Tach." meint Janett. "Tach..." erwiderte Geasina, zurückschauend. "Hier ist jemand am Abkratzen?" fragte die kleine gefühlvoll.
"Wogegen kämpft ihr denn hier, he? Und warum hat keiner von den Soldaten draußen was mitbekommen?" fragte Riven. Abraham hob die Rechte an, der Gute scheint in der Körpermitte, Bauchregion, eine nicht gerade alte Wunde zu haben. Es lagen zwei Erschlagene auf dem Boden, bei näherem Hinsehen Syndikaträuber. Und es war furchtbar staubig. Abraham deutete auf die Erschlagenen. "Antwort genug?" Geasina ergänzte: "Drinnen liegt noch einer."
"Die sind aber schon abgekratzt. Also, Schnauzbart ist verletzte. Die Rote auch?" fragte Janett. "Tja nun...sieht nicht so aus, als würdet ihr gleich sterben." stellte Riven fest. Abraham nickte "Sie ist schlimmer verletzt als ich. Ich habe uns beide erstmal mit Lichtmagie vorsorglich behandelt." "Das Heilerhuftier kommt gleich auch." meinte Riven und horchte auf, als Glockenklang zu hören war. "Was denn jetzt schon wieder..."
"Mmmh. Hier ist niemand mehr, soweit ich sehen kann." meinte Geasina und schaute sich um im Dämmerlicht in dem Zimmer um. Janett stellte fest: "Also....Ihr habt eurem goldenen Hokuspokus die Wunden versorgt? Also sind sie komplett geschlossen?" "Nein, ich habe nur die Blutung kurzzeitig gestoppt. Es ist nicht meine Spezialität zu heilen." entgegnete Abraham gelassen.
Nun, wo der letzte Räuber erschlagen war, konnten die Abenteurer endlich in den Raum gelangen, von dem Geasina annahm, es sei ihr Kinderzimmer gewesen. Möglicherweise. Wie auch immer dieser Raum früher einmal ausgesehen haben mag, an diesem Tage standen viele Kisten hier herum. Auch war auffallend, dass der Raum im Gegensatz zum Rest des Hauses zumindest grob ordentlich und sauber wirkte. Neben einem Fenster an der rechten Seite ragte etwas seltsam rundes ein wenig hervor, von hinten war ein leichter Luftzug zu verspüren.
"Ich komme schon..." meinte Geasina zögerlich und sichtlich dazwischen hin und hergerissen, ihre Wunden versorgen zu lassen und ihr Kinderzimmer zu untersuchen. "Was seid´n ihr für´n Lichtritter?" Janett schüttelte den Kopf. "Wie sehen Eure Wunden aus? Muss man nähen? Gegengift verabreichen?" "Ehemaliger Paladin." erklärte Abraham brummend. "Und es gibt sowas, das nennt sich Spezialisierung." er sah dann zu Geasina.
Janett meinte "Ehemalig. Verstehe. Ihr habt also mit´m Fingerschnippsen alles vergessen....aber Egal. Gehen wir raus. In´s Mondlicht." ""Da draußen ist die Hölle los..." warf Riven ein. "Eh?" "Wieso?" "Irgendwas hat die Soldaten aufgeschreckt...die rennen ziemlich aufgescheucht herum." erklärte die Halbelfe. "Sollen wir lieber hierbleiben erstmal?" fragte Geasina.
"Haben die sich vor Ihren Schatten erschreckt? Egal...brauchen die Hilfe?" fragte Janett. Riven zeigte ihr ein Achselzucken. "Dann könnte ich auch schauen, ob ich hier wirklich mal gewohnt hab." meinte Geasina und zuckte mit den Schultern, verzog dabei aber schmerzhaft das Gesicht und stellte die Bewegung schleunigst ein.
"Konnte nicht erkennen worum es geht. Kampflärm hör' ich keinen." erklärte Riven. "Ich schau mich mal genauer um..." Janett griff unter Ihren Umhang und holte eine Verbandsrolle hervor. Sie warf diese zu Geasina. "Kommt Ihr erstmal alleine klar?" Geasina fing die Rolle auf und erklärte, sie käme alleine klar. "Sollte Gegengift oder so´ne Salbe benötigt werden, bringe ich die später." meinte die Kleine. Gesina dankte ihr. Die anderen verschwanden nach unten und Geasina schaute sich in dem vollgerumpelten Raum um.
Sie trat zu dem Fenster auf der rechten Seite und befühlte die komische Rundung. Sie schmunzelte, als sie erkannte, was sich da verbarg: Eine aufgewickelte Strickleiter! "Hmmmmm.." Sie ging weiter zur Rückwand des Zimmers, von der es aus einer breiteren Ritze ziemlich zog. Sie drückte an der Stelle herum. Plötzlich gab ein Teil nach und schwang nach außen. Hinter dem Teil der Rückwand, der auf den ersten Blick wie ein Stück Wand wirkte, und nun an den Angeln zur Seite geklappt den Blick auf die nahe Mauer freigab, enthüllte sich auch, wie diese Räuber hier hinauf gekommen waren. Geflogen waren sie nicht. Es führte ein Brett auf ein schmales Sims der Mauer unter dem Wehrgang. In der Mauer selbst klaffte hinter dem Brett ein mannshohes Loch, verborgen von Geasinas Elternhaus. Unten auf dem Boden lagen einige Mauersteine. "Das erklärt einiges..." murmelte Geasina.
Sie ging weiter zum Kamin und kniete sich in der Ecke daneben auf den Boden. Sie klopfte behutsam mit ihren Fingerknöcheln auf den Bodendielen in der Ecke neben dem Kamin herum. Schließlich grinste sie breit, als der Klang an einer Stelle hohl wurde. Sie hebelte das lose Brett mit ihrem Dolch auf. Aus dem kleinen Raum darunter förderte sie ein beim Berühren zerbrölendses, farbenfrohes Bild von Kinderhand zu Tage. Mit gerunzelter Stirn schaut sie auf die zerfallenen Reste. Was hatte sie da wohl gemalt?
Geasina legte die Bruchstücke behutsam zurück und betrachtete die Kieselsteine, die ebenfalls dort gelegen hatten. Als letztes zog sie eine kleine, geschnitzte Reiterfigur hervor. Sie drückte sie kurz an sich, dann steckte sie das kleine Figürchen, einen Reiter im Galopp auf einem Fleckchen Erde unter ihm, so dass er stehen konnte ein und verschloss das Bodenbrett wieder. In Sturmwind angekommen, hatte sie die kleine Figur, die ihr Vater ihr einmal geschnitzt hatte, damit sie ihn nicht so arg vermissen würde, wenn er fort wäre, nie wiedergefunden. Kein Wunder, wenn sie sie in ihrem Geheimversteck aus Kindertagen vergessen hatte! Die Bemalung - Stromgard rot - blätterte zwar ab, aber das würde sie richten können. Ihr Vater würde sich sicher wundern, woher sie die plötzlich hatte!
Tzasya drückte die Tür auf, kam die Treppe herauf und klopfte an den Türrahmen, mit einer Satteltasche beladen. Geasina war inzwischen wieder zurück an die Rückwand getreten und gab gerade dem Brett, das den Raum mit der Mauer verband einen Tritt, so dass dieses polternd in die Tiefe zwischen Haus und Mauer stürzte. "Guten Abend" begrüßte die Draenei sie sanft. Nach der Erwiderung fragte sie "Ihr seid verletzt?" und musterte Geasina umgehend, so gut dies eben ging in diesen Lichtverhältnissen. "Ja..."
"Ist die Luft rein unten? Dann würde ich auch raus kommen, Riven meinte, alle wären in Aufruhr.." meinte Geasina. "Sagt mir was euch fehlt." verlangte die Draenei und stellte die Satteltasche ab, den Kopf schüttelnd. "Unten ist alles in Ordnung. Ihr werdet mir nun sagen, was euch fehlt und euch dazu niedersetzen." verlangte sie sanft. "Ja... gut." gab Geasina nach und setzte sich auf eine der herumstehenden Kisten.
Auch die Draenei reinigte die Wunden mit einer scharf alkoholisch riechenden Flüssigkeit, nachdem Geasina die Überreste ihrer Kettenrüstung und ihr ramponiertes, polsterndes Untergewand abgelegt hatte. Schließlich waren die Wunden mit einer Kräuterpaste und Verbänden versorgt. Fendraal tauchte auf, er war nochmal diese böse Treppe heraufgekommen!
Tzasya trug Geasina ins Sanktum zurück, während Fendraal ihre Rüstungsteile hinterher trug. Dort angekommen wurde sie mit Apfelsaft und Beerenkuchen verwöhnt, und gerade ermahnt, heute auf jeden Fall nicht mehr zu tun, als zu liegen oder zu sitzen, als Riven hereinplatzte und bellend rief "Auf die Füße. Wir ziehen ab." Geasina schaute auf. "Wie bitte?" Riven war schon am Packen, statt zu erklären. Loreen und Lendrik waren auch hereingekommen. "Wir haben zwei Verletzte." warf Tzasya ein, die sich nach Geasina recht besorgt um das böse Bein des Versorgers gekümmert hatte.
Lendrik sagte "Marsch Marsch, irgendwie sind welche von uns verrückt geworden und haben einen Krieg angezettelt. Keine Zeit für Fragen, ehe sie uns ins Kreuzfeuer nehmen, wenn sie sie nicht finden." Er machte sich gleich daran, die Sachen zu packen.
Janett warf kurz ein: " Gleich Tote. Verschwindet hier." Und so kam es, dass bald darauf die kleine Reisegruppe langsam durch die Straßen ritt, der angeschlagene Versorger hatte ein übriggebliebenes Pferd abbekommen. Unbehelligt konnten sie die Burg verlassen, Geasina schmerzte es sehr, so davonhetzen zu müssen und auch, nicht ihr Elternhaus weiter durchsuchen zu können. Nun wo sie sich sicher war, würde sie jeden auch noch so gammligen Haufen in den Ecken durchwühlen. Und sauber machen!
In einem Gewaltritt durchquerten sie tief in der Nacht das Arathihochland und den Verbindungstunnel zum Hinterland, an dessen Ende sie rasteten. Geasina schlief fast sofort ein.
Schon bei der Anreise wuchs die gewaltige Feste im Abenddämmer langsam in den Himmel. Die gewaltigen, eisernen Torflügel hängen schief in den Angeln, die Mauer bröckelt an vielen Stellen, strahlt aber immer noch ihre imposante Größe und ehemalige Erhabenheit der Anlage aus.
Die meisten Häuser sind verfallen, die letzten zivilisierten Bewohner mussten sich in den Ostflügel der Anlage zurückziehen und haben mit Ogern und Räubern vom Syndikat, die jeweils andere Bereiche der großen Anlage mit Beschlag belegt haben, zu tun. Entsprechend hart und entbehrungsreich ist das soldatische Leben der wenigen verbliebenen, rotgewandeten Soldaten.
Dementsprechend war auch der erste Empfang unserer Reisegruppe, nur durch Loreens und Lens Beziehungen zu einem Vorgesetzten der Dame, die uns aufhielt, konnte unser Schicksal, 10 Silberlinge pro Kopf zu bezahlen oder in der Wildnis zu nächtigen - mit letzterem fingen wir schon an uns abzufinden - abgewendet werden.
Wir nächtigen in einer ehemaligen Kirche, Sanktum genannt. Ihre Fenster sind ebenso von Brettern vernagelt wie die der anderen Gebäude und das vielleicht einmal vorhanden gewesene Kirchengestühl ist samt Altar verschwunden und es ist der Phantasie der einzelnen überlassen, sich vorzustellen, ob es in einem eisigen Winter verfeuert wurde, ob daraus Bretter für die unzähligen vernagelten Fenster der ganzen Anlage wurden oder was immer der Möblierung zugestoßen sein mag.
Der Steinboden ist hart und strahlt Kälte aus, immerhin sind wir vor Wind und Wetter geschützt. Die Tiere mussten allerdings draußen bleiben und auch ein Feuer können wir in dem ehrwürdigen Gebäude natürlich nicht entfachen, ganz zu schweigen, dass kaum Brennmaterial vorhanden ist und erst gesucht werden müsste.
Das Wetter über dem Arathihochland lässt sich wohl in der Tendenz mit den Worten kalt und klar beschreiben. Eine Wohltat nach dem Sumpfland. Endlich wieder klare Konturen in der Ferne, und sogar beide Monde konnten wir auf der Anreise aufgehen sehen.
((Loreen, wenn dir meine Beschreibung missfällt, verschieb sie einfach hier weg. Aber erstmal haben wir eine.))